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Ein Leben für die Natur und den Frieden

Die LINKE würdigt Kurt Kretschmann, den Schöpfer des Naturschutzsymbols Eule, und seine Frau Erna

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 2 Min.

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Die Kretschmann 1998 in ihrem Garten in Bad Freienwalde
Die Kretschmann 1998 in ihrem Garten in Bad Freienwalde

Als junger Genosse hat der Landtagsabgeordnete Marco Büchel (LINKE) in Basisgruppenversammlungen Kurt Kretschmann noch persönlich erlebt. Die Begegnung mit dem 2007 im Alter von 93 Jahren verstorbenen Mann hat ihn geprägt, seinem Erbe fühlt er sich verpflichtet. Kurt Kretschmann ist der legendäre Schöpfer jener Eule, die in der DDR als Naturschutzsymbol diente und mittlerweile in ganz Deutschland Naturdenkmale markiert. Vorbild für dieses Symbol war 1950 die Waldohreule.

Nicht vergessen werden darf auch seine 2001 verstorbene Frau Erna, die Kurt Kretschmanns Ansichten teilte, hebt der Abgeordnete Büchel hervor. Zum Lebenswerk der Eheleute gehören nicht nur ihre Bemühungen um den Naturschutz, sondern auch das konsequente Eintreten gegen den Krieg. »Es gibt nichts Wichtigeres als den Frieden«, hat Erna Kretschmann betont, die genauso wie ihr Mann bis zum Ende ihres Lebens Parteimitglied gewesen ist. Den Satz zitiert Büchel, als er am Dienstagnachmittag eine Kurt-und-Erna-Kretschmann-Ausstellung im Potsdamer Landtag eröffnet. Es ist eine Ausstellung des Hauses der Naturpflege in Bad Freienwalde, die nun bis zum 2. November auf dem Flur der Linksfraktion zu besichtigen ist.

Zu sehen sind etliche Tafeln, die Leben und Werk von Kurt und Erna Kretschmann vorstellen. Kurt Kretschmann veröffentliche mehrere Bücher, die von seiner pazifistischen Grundhaltung zeugen oder Ausdruck seiner Liebe zur Natur sind. Er hat seine Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg notiert. 1945 desertierte er und versteckte sich 75 Tage lang in einem Erdloch unter einer Gartenlaube. In »Mulch total« (1996 gemeinsam mit Rudolf Behm) schrieb Kretschmann über den »Garten der Zukunft«. Auch Lyrik aus seiner Feder ist überliefert, dazu etwa 2000 Beiträge für Zeitungen und Zeitschriften. Auch im »nd« publizierte er.

Sein Nachlass findet sich im Haus der Natur in Bad Freienwalde - auf jenem Grundstück, auf dem Kurt und Erna Kretschmann gelebt und ihre Visionen so weit wie möglich verwirklicht haben. Dank gebührt in diesem Zusammenhang der Landtagsabgeordneten Anita Tack (LINKE). In ihrer Zeit als Umweltministerin in den Jahren 2009 bis 2014 habe sie unter anderem auch Fördermittel für den Aufbau eines Kurt-und-Erna-Kretschmann-Archivs spendiert, lobt Büchel, der in Bad Freienwalde wohnt. Die Stadt gehört zum Wahlkreis des 35-Jährigen. Im Archiv findet sich beispielsweise Kurt Kretschmanns 39 Seiten umfassender Aufsatz: »Unsere Ess- und Trinkgewohnheiten unter die Lupe genommen. Erfahrungen aus 70-jähriger fleischloser Ernährung«. Gemeinsam haben Kurt und Erna Kretschmann 1993 den Europäischen Umweltpreis erhalten, gemeinsam sind sie 1999 zu Ehrenbürgern von Bad Freienwalde gemacht worden.

Haus der Naturpflege, Dr.-Max-Kienitz-Weg 2 in Bad Freienwalde, Schaugarten geöffnet von April bis Oktober, dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, Eintritt: 1,50 Euro, Kinder 50 Cent

Rosa - Dietz-Verlag

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