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Früher hielt Uwe Junge zu Frauke Petry, heute marschiert er mit Björn Höcke

  • Von Robert D. Meyer
  • Lesedauer: 2 Min.

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Früher hielt Uwe Junge zu Frauke Petry, heute marschiert er mit Björn Höcke.
Früher hielt Uwe Junge zu Frauke Petry, heute marschiert er mit Björn Höcke.

Als die AfD Anfang September gemeinsam mit Pegida durch Chemnitz marschierte, da ließ Uwe Junge seine Haltung klar erkennen: »Wenn Menschen zu Tausenden demonstrieren, weil Deutsche von Migranten abgestochen werden, dann ist das überwiegend ehrliche Empörung und Trauer - diese Menschen pauschal als ›rechten Mob‹ zu bezeichnen ist Volksverhetzung und schäbigster Journalismus!« Und weil der von Björn Höcke maßgeblich initiierte angebliche Schweigemarsch schöne Werbebilder versprach, schloss sich der rheinland-pfälzische AfD-Landeschef mit den Worten »Schulterschluß von Ost und West!« an. Einen Tag, einige Hitlergrüße, NS-Parolen und Hunderte tobende Neonazis später, twitterte Junge, er sei »stolz hier in der der ersten Reihe gewesen zu sein!«

Inzwischen sieht Junge das anders. Am Mittwoch ließ er wissen, dass das alles »im Nachhinein« gesehen »nicht so schlau« gewesen sei, gemeinsame Sache mit Pegida zu machen. Zwar habe er »immer Sympathie« für die Bewegung gehabt, außerhalb von Dresden distanziere er sich aber »im äußersten Maße« davon. Man muss wissen: Dresdens rassistische Montagspaziergänger sind harmlose, missverstandene Wutbürger. Prügelnazis gibt es nur außerhalb der Landeshauptstadt. Dabei war völlig, klar dass die AfD in Chemnitz auch stramme Rechtsradikale und Hooligans anlocken würde.

Mit Inkonsequenz kennt sich der Oberstleutnant a. D. aus: Laut »Stern« bekannte sich Junge noch im Frühjahr 2017 zur damaligen Parteichefin Frauke Petry, schrieb in einer Mail, die AfD solle sich im Streit mit dem völkischen Flügel vor dem »Schreckgespenst Spaltung« nicht fürchten, weil man immer »eine Partei der Realisten« gewesen sei. Petry verlor den Machtkampf bekanntlich und ging, Junge blieb. Vielleicht wollte er sich auch keine neue politische Heimat mehr suchen. Der AfD-Fraktionschef im Mainzer Landtag war früher erst viele Jahre CDU-Mitglied, bevor es ihn für einige Monate in die rechte Kleinstpartei »Die Freiheit« verschlug, der er aber rasch den Rücken kehrte und kurz darauf 2013 in die AfD eintrat.

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