Werbung
  • Politik
  • Verkauf der Supermarktkette Real

Profi-Ausbeuter

Erst die Tarifflucht, dann das Outsourcen. Noch im Mai hatte Konzernchef Koch versprochen, die Supermarktkette Real halten zu wollen

  • Von Sebastian Bähr
  • Lesedauer: 2 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Der Chef des Metro-Konzerns Olaf Koch bekräftigte noch im Mai, an der Einzelhandelskette Real unbedingt festhalten zu wollen. Um die Zukunft zu sichern, müsse man jedoch »wettbewerbsfähige Personalkosten« erreichen. Die Lösung hieß für Koch Tariflucht. Der 48-Jährige Top-Manager kündigte kurzerhand den Zukunftstarifvertrag mit ver.di und lagerte alle 34 000 Mitarbeiter in ein neues Unternehmen aus. Die Löhne konnte er dadurch bei neuen Arbeitsverträgen um rund 25 Prozent senken, sie liegen mittlerweile knapp über dem Mindestlohn.

Offenbar sieht der Metro-Chef trotz des brutalen Einschnitts jetzt aber doch kein Potenzial mehr für die bundesweit über 280 Filialen. Jüngst verkündete er den Verkauf der Supermarktkette. Man wolle sich auf den Großhandel fokussieren. Im Gegensatz zu den Real-Mitarbeitern braucht sich zumindest Koch keine Sorgen um seine Zukunft zu machen. Laut einer Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz und der Technischen Universität München verdiente der in Hessen geborene Manager 2017 etwa 3,4 Millionen Euro.

Koch, Vater dreier Kinder, begann nach einem BWL-Studium als 24-Jähriger seine Karriere als Manager bei Daimler Benz. Dort stieg er als Finanzexperte rasch auf. 2007 wechselte er zu der britischen Beteiligungsgesellschaft Permira. Als mehrheitlicher Kapitalbesitzer beim Modekonzern Hugo Boss boxte das Investmentunternehmen 2008 gegen den Willen des Vorstandes eine Sonderdividende in Höhe von 450 Millionen Euro durch. In der Öffentlichkeit führte das Vorgehen zu einer »Heuschrecken«-Debatte.

2009 kam Koch als Finanzverantwortlicher zur Metro, 2012 wurde er Vorstandsvorsitzender. In seiner Funktion als »Sanierer« hatte er bereits 2015 den Warenhauskonzern Galeria Kaufhof von der Mutterfirma getrennt und veräußert. Im Zusammenhang mit der Aufspaltung der Metro in einen Elektronik- und einen Lebensmittelhändler ermittelte 2017 die Staatsanwaltschaft gegen den Manager wegen möglicher Marktmanipulation. Die Konzernführung wies die Vorwürfe zurück.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen