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Der Deutsche Kulturrat hat das geplante Mauerbau-Kunstprojekt »DAU« in Berlin gegen Kritik verteidigt. Nur wenn Kunst eine Chance habe zu entstehen, kann sie beurteilt werden, erklärte der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, am Sonntag in Berlin. »Eine Stadt, die gefühlt jede zweite Woche für irgendein Event teilweise abgesperrt wird, wird auch das ›DAU‹-Projekt verkraften. Also, einfach mal machen!« Es sei so einfach, so Zimmermann weiter. »Einfach das Experiment wagen, das Projekt machen und dann, wenn es gelungen ist, es in den höchsten Tönen loben, wenn es misslungen ist, es sehr heftig kritisieren.«

Bei dem Kunst- und Sozialexperiment sollen Besucher unter anderem die Erfahrung von Freiheitsverlust und totalitären Systemen machen können. Dafür soll vom 12. Oktober an für knapp vier Wochen ein Areal zwischen der Straße Unter den Linden und dem Werderschen Markt nach dem Vorbild der Berliner Mauer eingemauert werden. Den Plänen zufolge müssen Gäste dazu ein Visum beantragen, um in den eingemauerten Bereich zu gelangen, und ihr privates Handy abgeben. Am 9. November - dem Jahrestag des Mauerfalls - soll diese temporäre Berliner Mauer in einer künstlerischen Performance eingerissen werden.

Die Berliner Behörden wollen bis 28. September über »DAU« entscheiden. Offen für das Kunstprojekt zeigen sich unter anderem Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und zahlreiche Prominente aus Kunst, Theater und Film. Widerstand gibt es unter anderem von früheren DDR-Bürgerrechtlern und der Kirche.

»DAU« geht auf ein europäisches Film- und Performanceprojekt unter Leitung des russischen Regisseurs Ilya Khrzhanovsky zurück. epd/nd

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