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Revolutionär

Zeitschrift »Z«

  • Von Eckhard Müller
  • Lesedauer: 2 Min.

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Schwerpunkt des neuen Hefts der »Z. Zeitschrift Marxistische Erneuerung« sind Vorgeschichte, Verlauf und Deutung der Novemberrevolution 1918/19, einschließlich des folgenden »Deutschen Oktobers« von 1923. Stefan Bollinger charakterisiert die Novemberrevolution als Teil der internationalen revolutionären Krise infolge des Ersten Weltkrieges mit einem zwiespältigen Ergebnis. Die russischen Revolutionen von 1917 waren die Initialzündung für die deutsche Revolution, die eine bürgerlich-demokratische war, mit proletarischen Kampfmitteln ausgetragen. Die radikalen Linken kämpften für eine sozialistische Räterepublik, waren aber uneins und verfügten über keine wirkliche Strategie, zudem fehlte ihnen die Massenbasis. Die Mehrheitssozialdemokratie trat für den Ausbau der repräsentativen Demokratie und des Sozialstaates ein, suchte und erreichte das Bündnis mit den herrschenden Klassen, insbesondere zum Militär. Sie wurde damals zur staatstragenden Kraft.

Klaus Gietinger, der auch als Drehbuchautor für den »Tatort« tätig ist, sieht im Zusammenwirken von führenden Sozialdemokraten und reaktionären Kräften im Militär Zeichen einer präfaschistischen Entwicklung. Holger Czitrisch-Stahl und Rainer Holze referieren Neuerscheinungen zur Novemberrevolution und merken an, dass die Räte und die Versuche von radikalen Linken, die Revolution in eine sozialistische Revolution voranzutreiben, nur von wenigen Autoren reflektiert werden. Annelies Laschitza stellt Rosa Luxemburgs Analysen zu Imperialismus, linker Politik und Revolution aus dem Jahre 1918 vor, die erstmals im Band 7/2 ihrer »Gesammelten Werke« im vergangenen Jahr publiziert worden sind. Rosa Luxemburg befürchtete Risiken bei der Übernahme russischer Erfahrungen durch die deutsche Arbeiterklasse. Mirjam Sachse zeichnet den Weg der proletarischen Frauen zur Novemberrevolution über deren Kriegsgegnerschaft, Proteste gegen die Lebensmittelknappheit und ihren Kampf um das Wahlrecht nach. Jörg Wollenberg erinnert an Wilhelm Dittmann, einen demokratischen Sozialisten. Hinsichtlich der Geschichte der an der Jahreswende 1918/19 gegründeten KPD geht Gerhard Engel den basisdemokratischen Auffassungen der Internationalen Kommunisten Deutschlands (IKD) nach. Harald Jentsch wiederum erörtert den Streit um »Offensivtheorie« und »Einheitsfronttaktik«. Michael Buckmiller behandelt die Bündnispolitik der KPD am Beispiel der Regierungsbeteiligungen in Sachsen und Thüringen im »Schaltjahr 1923« und deren gewaltsames Ende mit dem Einmarsch der Reichswehr in beide Länder. Auch aus der Marx-Engels-Forschung ist in diesem Heft Neues zu erfahren. Eine rundum interessante Lektüre. Eckhard Müller

»Z. Zeitschrift Marxistische Erneuerung«, Heft 115, 29. Jg., Postfach 700346, 60553 Frankfurt/Main.

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