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»Schule am Limit«

Hunderte Lehrer gehen in Saarbrücken auf die Straße

Saarbrücken. Aus Protest über Missstände an Schulen sind im Saarland mehr als 500 Lehrer auf die Straße gegangen. Unter dem Motto »Schule am Limit« versammelten sie sich am Dienstag zu einer landesweiten Protestaktion vor der Staatskanzlei in Saarbrücken. »Die Gegebenheiten in unseren Schulen sind so nicht mehr tragbar. Wir brauchen dringend Entlastung, die bei allen Kollegen spürbar ankommt«, teilte die Vorsitzende des Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes, Lisa Brausch, mit.

Der Verband fordert mehr Lehrerstellen, kleinere Klassen und »multiprofessionelle Teams« auch mit Sozialarbeitern und Psychologen für alle Schulen. »Die Lehrer sind an die Belastungsgrenze gekommen«, sagte die Vizevorsitzende des Verbandes, Michaela Günther. Es habe schon etliche Hilferufe von Gemeinschaftsschulen gegeben. Zudem erreichten den Verband wöchentlich Schreiben, Mails und Anrufe, in denen Kollegen hohe Belastungen beschrieben. Es müsse jetzt dringend gehandelt werden.

Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) zeigte im Gespräch mit den Lehrern Verständnis: »Die Landesregierung erkennt an, dass viele Lehrerinnen und Lehrer physisch und psychisch an ihre Grenzen und darüber hinaus gehen müssen.« Die Regierung sei sich bewusst: Es gebe in den Schulen eine zunehmend heterogene Schülerschaft, eine wachsende Zahl von Schülern mit sozial-emotionalen Störungen - und das bei wachsenden Anforderungen durch bürokratische Vorgaben. Ein Lösungsansatz bestehe im Aufbau multiprofessioneller Teams an Schulen oder der besseren Entlastung der Lehrer von Verwaltungsaufgaben, sagte Hans. Gerade mit Blick auf Schüler mit besonderen Herausforderungen habe man sich auf den Aufbau weiterer Sprachförderklassen und einer weiteren Förderschule geeinigt. Zudem sei man in der Vergangenheit vom »Personalabbaupfad« abgewichen.

Laut saarländischem Bildungsministerium sind Maßnahmen auf den Weg gebracht worden. Dazu gehöre, »dass wir den Stellenabbau gestoppt und stattdessen rund 300 zusätzliche Stellen aufgebaut haben«, sagte Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD). Zudem seien in Grundschulen Klassen verkleinert und die Unterrichtsverpflichtung für Lehrer gesenkt worden. Nach Schätzung der GEW fehlen 400 Planstellen für Lehrer sowie für Schulsozialarbeiter, -psychologen und -assistenten zur Unterstützung der Pädagogen. dpa/nd

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