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Dauerhaft prekär

Eine Studie zeigt: Rund vier Millionen Erwerbstätige leben dauerhaft in schwierigen Verhältnissen

  • Lesedauer: 2 Min.

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Armut trotz Arbeit: Dauerhaft prekär

Berlin. Rund vier Millionen Erwerbstätige in Deutschland leben einer Studie zufolge dauerhaft in schwierigen Arbeits- und Lebensverhältnissen. Jeder achte Erwerbstätige gehört damit auf Dauer zum sogenannten Prekariat, wie die von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung geförderte Untersuchung zeigt, die am Montag veröffentlicht wurde. Diese Menschen haben einen Job ohne Perspektive, zu wenig Einkommen und eine mangelhafte soziale Absicherung - und das über mehrere Jahre.

Mit dem Begriff Prekariat ist demnach eine Gruppe gemeint, die zwischen der sozial abgesicherten Mehrheit der Erwerbstätigen auf der einen Seite und den Langzeitarbeitslosen auf der anderen Seite steht. »Sie strampelt sich in wechselnden, schlecht bezahlten Jobs ab, ohne auf einen grünen Zweig zu kommen«, berichtete das Forscherteam um Jutta Allmendinger vom Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) und Markus Promberger von der Universität Erlangen-Nürnberg.

Aber nicht jeder befristet Beschäftigte, Leiharbeiter, Minijobber oder mäßig erfolgreiche Selbstständige lebt demnach auch automatisch in prekären Umständen, etwa wenn er in einem relativ wohlhabenden Haushalt wohnt. Die Forscher erstellten daher eine Reihe sozialer Indikatoren, die als Indizien für ein prekäres Leben dienen können. Dazu gehören Faktoren wie Niedriglohn, ein unsicherer Job oder fehlender Kündigungsschutz. Auf der anderen Seite spielen die Lebensumstände wie Armut, beengte Wohnverhältnisse oder Überschuldung eine Rolle.

Anhand von Daten aus dem Sozio-ökonomischen Panel (SOEP) berechneten die Experten, wie groß die Gruppe ist, die längerfristig sowohl von prekärer Beschäftigung als auch von einer prekären Haushaltslage betroffen ist. Danach trifft das auf 12,3 Prozent der Erwerbsbevölkerung zu. Den größten Anteil davon machen mit 6,7 Prozent Frauen im Haupterwerbsalter aus, die meistens Kinder und mal keinen, mal einen schlechten Job haben.

Die zweitgrößte Gruppe sind demnach »Väter in anhaltend prekärer Lage«, denen es selbst bei dauerhafter Erwerbstätigkeit nicht gelingt, »gemeinsam mit der Partnerin die Familie sicher zu versorgen« (4,3 Prozent). Weitere 1,3 Prozent entfallen auf junge Männer ohne abgeschlossene Berufsausbildung.

Allen drei Gruppen gelang der Studie zufolge über zehn Jahre hinweg keine nennenswerte Verbesserung ihrer prekären Lebens- und Erwerbsumstände. Sie könnten daher »mit einigem Recht als 'Prekariat'« bezeichnet werden, heißt es. AFP/nd

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