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Günter Brus 80

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Über sein Heimatland Österreich hat der Schriftsteller Thomas Bernhard einmal so geurteilt: »Wenn man die Gemeinheit der Bewohner mit der Schönheit der Landschaft verrechnet, kommt man auf Selbstmord.« Oder auf Kunst, die mehr will, als nur dekorativ sein. Dafür hat der Wiener Aktionskünstler Günter Brus sein ganzes Leben gewirkt. Heute wird er 80 Jahre alt.

Unvergessen ist, wie er im Revoltejahr 1968 an der Wiener Universität zusammen mit Otto Muehl, Peter Weibel und Oswald Wiener eine Aktion veranstaltete, die nannten sie »Kunst und Revolution«. Brus war dabei am stärksten involviert, besser gesagt sein Körper: Er schnitt sich in Bein und Brust, rieb sich mit Exkrementen, masturbierte und sang die österreichische Nationalhymne. Danach musste er nach Westberlin auswandern, um nicht ins Gefängnis zu kommen.

Die Teilstadt war für ihn »das Positivste (…). Berlin war für mich ein Befreiungsschlag«, sagte er nun dem Evangelischen Pressedienst. Brus veränderte seine Kunst, wurde nachdenklicher, begann zu schreiben und schuf ein Crossover-Genre, das er »Bild-Dichtungen« nannte.

Für Brus war Österreich damals »leicht übertrieben, ein Polizeistaat«. Erst 1979 kehrte er mit seiner Familie dorthin zurück, nachdem seine Haftstrafe vom damaligen österreichischen Bundespräsidenten in eine Geldstrafe umgewandelt wurde. Und wie es der Kunstmarkt so will, 1996 erhielt er den Staatspreis für Bildende Kunst, in Graz gibt es mit dem »Bruseum« seit 2008 ein eigenes Museum für Brus.

Doch Österreich zerrt weiter an seinen Nerven: »Es ist eine Trägheit entstanden, die durch den Wohlstand begründet ist«, erklärt er. »Die Leute sind politisch zu faul, um nachzudenken.« Die dauerhafte Heimat-Sehnsucht, die in Filmen, im Fernsehen und nicht zuletzt von »Pseudo-Popsängern, Gabalier und so« angeheizt werde, könne er fast nicht ertragen. cm/mit Agenturen

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