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Solider Freigeist

Personalie

  • Von Moritz Wichmann
  • Lesedauer: 2 Min.

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Der Vater des Internets hat ein neues Projekt. Dessen Name beschreibt das andauernde Engagement des World-Wide-Web-Gründers Tim Berners-Lee angemessen: Solid. Mit der Open-Source-Plattform will Berners-Lee den Menschen in der Ära von Facebook und Google die Hoheit über ihre Daten zurückgeben und so Nutzer »ermächtigen«. Das Internet sei zu einer »Maschine der Ungleichheit und Spaltung« geworden, »mächtige Kräfte nutzten es für ihre Agenda«, die Welt stehe an einem »Wendepunkt«.

Statt wie aktuell im Austausch für die Nutzung von Anwendungen die eigenen Daten den Digitalkonzernen zur Verfügung zu stellen (»nicht in unserem besten Interesse«), will Berners-Lee mit Solid einen neuen Standard schaffen. Solid müsse man sich vorstellen wie einen »sicheren USB-Stick im Internet«, so der Mathematiker und Professor am Massachusetts Institute of Technology. Auf einem »Solid POD« könne man alle seine Daten speichern und Menschen oder Firmen und ihren Anwendungen selektiv Zugriff auf einzelne Daten geben. Um einen solchen Standard durchzusetzen, brauche es eine Firma. Die hat Berners-Lee mit Inrupt gleich gegründet, doch eigentlich könne jeder Solid-Systeme aufsetzen.

Mit der Plattform, die auch neue »Geschäftsmöglichkeiten« für andere schaffe, setzt der 63-Jährige eine alte Mission fort - mit und auch gegen Unternehmen. 1991 erfand Berners-Lee als Forscher am Forschungszentrum CERN in Genf ein Protokoll zur Übertragung von Daten im Internet (HTTP); die Grundlage des Internets.

Neben seiner Arbeit als Computerwissenschaftler setzte sich der Brite auch für freie Behördendaten in Großbritannien und mit Digitalunternehmen für günstigeren Internetzugang für arme Menschen weltweit ein. Zuletzt warnte der mittlerweile zum Ritter geschlagene Forscher im vergangenen Jahr vor dem Ende der Netzneutralität. Auch heute gelte, was er 2009 bei der Gründung seiner Stiftung für gleiches Internet für alle gesagt habe, schreibt Berners-Lee zu Solid: »Das Internet, das ich mir vorstelle, gibt es noch nicht.«

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