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Graciano Roccigiani

29. 12. 1963 - 1. 10. 2018

Sein Leben endete, wie es verlaufen war: tragisch. Am vergangenen Dienstag wurde Graciano Roccigiani auf Sizilien von einem Auto überfahren. Sein Talent hatte ihn weit gebracht. Der Sohn eines italienischen Eisenbiegers und einer Berlinerin, den alle nur »Rocky« riefen, wurde in einem Atemzug mit Max Schmeling genannt. Das war 1988 - Supermittelgewichtler Roccigiani wurde als erst dritter Deutscher Weltmeister im Profiboxen. Am Ende standen 48 Profikämpfe und sein Fazit: »Alles Beschiss.«

Betrogen wurde er in den 90er Jahren um große Siege, gescheitert ist er aber an sich selbst. Ruhm und Reichtum? Niemand habe ihm erklärt, wie man damit umgeht. Während sich sein 1995 zwei Mal siegreicher Gegner Henry Maske in der medialen Hochzeit des Profiboxens als »Gentleman« vermarkten ließ, lebte Roccigiani weiter in seiner eigenen Welt. Deren Sound war rau: »Der Wessi haut dem Ossi auf die Schnauze, der Ossi haut dem Wessi auf die Schnauze.«

2002 schien alles gut zu werden: Aus einem Vergleich mit dem Boxverband WBC erhielt er 4,5 Millionen Dollar. Zehn Jahre später beantragte er Hartz IV. Roccigiani war gutgläubig. Zu gut für diese Welt war er aber mit Sicherheit nicht, mehrmals wurde er zu Freiheitsstrafen verurteilt. Dennoch: Die Leute mochten ihn und seine ehrliche Art. alu

Do Muoi

2. 2. 1917 – 1. 10. 2018

Er war ein Zeuge des Jahrhunderts, des vorigen, für Vietnam. Sein politisches Leben währte fast 80 Jahre. Geboren am Stadtrand von Hanoi als Sohn eines Bauern, musste Do Muoi als Kind als Anstreicher zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Schon da beschäftigte er sich mit Politik, schloss sich mit 14 Jahren der gegen die Kolonialmacht Frankreich kämpfenden Volksfront an, wurde 1939 Mitglied der Kommunistischen Partei. Zwei Jahre später verurteilten ihn die Franzosen zu zehn Jahren Haft, doch während der Wirren der französisch-japanischen Doppelherrschaft im Zweiten Weltkrieg gelang ihm die Flucht – durch einen Abwasserkanal. Von da an war er bis Unabhängigkeit Nordvietnams Viet Minh – Untergrundkämpfer.

In Hanoi folgte eine politische Karriere, die ihn in die höchsten Ämter des Staates führte: 1988 wurde er Ministerpräsident, drei Jahre später Generalsekretär der Partei, was er bis 1997 blieb. Mit seinem Namen ist die Verstaatlichung Zehntausender Firmen im befreiten Südvietnam verbunden, eben so aber marktwirtschaftliche Reformen und die Normalisierung der Beziehungen zu den USA. roe

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