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Ein »Schrei nach Menschlichkeit«

Friedensnobelpreis an Nadia Murad und Denis Mukwege für ihren Kampf gegen sexuelle Gewalt im Krieg

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»Das sind zwei großartige Preisträger, die beide für den Schrei nach Menschlichkeit stehen - inmitten unvorstellbarer Grausamkeiten, die Menschen anderen Menschen antun.« Mit diesen Worten begrüßte die Bundesregierung am Freitag die Vergabe des Friedensnobelpreises an die irakische Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad und den kongolesischen Arzt Denis Mukwege für ihren unermüdlichen Kampf gegen sexuelle Gewalt als Waffe im Krieg. Sie steht damit nicht allein, greift das Nobelkomitee doch ein hochaktuelles Thema auf: Weltweit werden in Kriegsgebieten Tausende Frauen vergewaltigt und als Sex-Sklavinnen missbraucht. Und wie Untersuchungen des Bosnien- und im Kosovo-Kriegs zeigen, sind die Opfer noch Jahrzehnte später traumatisiert. Neben den körperlichen Verletzungen leiden sie zudem unter der fehlenden Anerkennung der Verbrechen.

Murad und Mukwege hätten sich in herausragender Weise gegen solche Kriegsverbrechen eingesetzt, hieß es in der Preisbegründung - und dabei auch ihr Leben riskiert. Die Jesidin Nadia Murad, vor vier Jahren von islamistischen Terroristen in Irak verschleppt, sei eine Zeugin, die mit ungewöhnlichem Mut über die von ihr selbst und von anderen erlittenen Gräueltaten berichte, betonte das fünfköpfige Gremium. Die 25-Jährige kam über ein Programm für traumatisierte Flüchtlinge nach Deutschland. Sie lebt heute in Baden-Württemberg und engagiert sich seit 2016 für die Würde der Überlebenden von Menschenhandel. Das UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung gratulierte seiner Sonderbotschafterin am Freitag dann auch herzlich; Nadia Murad habe sich die Ehre durch ihr großes Engagement wohl verdient, so der UNODC-Direktor Juri Fedotow in Wien. Sie ist erst die 17. Frau, die den seit 1901 vergebenen Friedensnobelpreis erhält. Er ist in diesem Jahr mit neun Millionen schwedischen Kronen (etwa 874 000 Euro) dotiert und wird am 10. Dezember, dem Todestag von Preisstifter Alfred Nobel, in Oslo verliehen.

Wie die Vorsitzende des Nobelkomitees, Berit Reiss-Andersen, hervorhob, habe Denis Mukwege als Helfer sein ganzes Leben der Verteidigung von Opfern sexueller Gewalt gewidmet, die in den brutalen kriegerischen Wirren seiner Heimat im Ost-Kongo herrscht. Der 63-Jährige betreute in den vergangenen Jahren 50 000 Vergewaltigungsopfer in dem von ihm 1999 gegründeten Krankenhaus in Bukavu und wurde für sein Engagement u.a. schon mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet.

Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, würdigte am Freitag den »unermüdlichen Aktivismus und außergewöhnlichen Mut« der Preisträgerin Murad und dankte dem Arzt Mukwege für seinen »furchtlosen Beitrag für die Menschenrechte von Frauen«. Die beiden inspirierten alle, für Menschenrechte einzutreten, erklärte Bachelet. Mit Agenturen

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