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Rechtsrockkonzert wird aufgelöst

Wegen Angriffen auf Polizeibeamte

  • Lesedauer: 2 Min.

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Ein Besucher wird vor Beginn eines Rechtsrock-Konzerts von der Polizei kontrolliert.
Ein Besucher wird vor Beginn eines Rechtsrock-Konzerts von der Polizei kontrolliert.

Apolda. Nach gewalttätigen Ausschreitungen ist am Samstagabend im thüringischen Apolda ein Rechtsrockkonzert vorzeitig beendet worden. Die Polizei zählte bei dem als politische Versammlung angemeldeten »Rock gegen Überfremdung III« bis zu 800 Rechtsradikale. Dabei sei es zu Angriffen und Flaschenwürfen gegen Polizisten gekommen, sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei setzte Pfefferspray und Schlagstöcke ein.

Zu dem Rechtsrockkonzert waren laut Polizei Teilnehmer aus dem ganzen Bundesgebiet und vereinzelt aus der Schweiz und Schweden angereist. Wegen Gegenprotesten und juristischen Auseinandersetzungen um den Veranstaltungsort startete die Versammlung erst gegen 19 Uhr und wurde wegen der Ausschreitungen vom Anmelder nach etwa einer Stunde bereits für beendet erklärt. Die Polizei Thüringen sprach von »massiven Ausschreitungen« der Rechtsradikalen und Flaschenwürfen gegen die Beamten. Beobachter vor Ort schilderten die Stimmung als extrem agressiv.

Gegen Teilnehmer des Rechtsrockkonzertes wurden am Freitag und Samstag insgesamt 28 Anzeigen wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen gestellt. Zudem wurde die Identität von 154 Personen festgestellt. Acht Polizisten wurden bei dem Einsatz am Samstagabend verletzt.

Gegendemonstranten hatten am Tag des Konzerts auf dessen Veranstaltungsort, dem Marktplatz von Apolda, eine friedliche Gegenveranstaltung organisiert. An den friedlichen Gegenprotesten beteiligten sich auf dem Marktplatz der Kleinstadt den Angaben zufolge rund 500 Menschen. Das Bündnis »Buntes Weimarer Land« als auch Parteien und die Kirche hatte zu der Gegendemonstration aufgerufen. Die Mobile Beratung in Thüringen (Mobit) bedankte sich am Samstagabend auf Twitter bei den Menschen, die sich den Rechtsradikalen entgegengestellt hatten und sprach von einem »riesigen Reinfall« für die Neonazis.

Bereits am Freitagabend hatten sich laut Polizei bis zu 750 Menschen »aus dem rechten und rechtsextremistischen Spektrum« in Apolda auf dem Marktplatz getroffen, nach dem der Zugang zum ursprünglichen Konzertort im knapp 20 Kilometer entfernten Magdala gerichtlich untersagt worden war. Die Gemeinde hatte die Nutzung der Zufahrtsstraße als Eigentümerin verboten. Die Versammlung in Apolda war vom Konzertveranstalter bereits zuvor parallel zur Veranstaltung in Magdala angemeldet worden.

Am Samstag war dann auf Grund der Proteste in Apolda von Seiten der Konzertveranstalter versucht worden, das eigentlich auf zwei Tage angesetzte Rechtsrockkonzert nach Kirchheim (Ilm-Kreis) südlich von Erfurt zu verlegen. Diese Versammlung wurde aber durch das Landratsamt verboten.

In Thüringen ist es in den vergangenen Monaten immer wieder zu größeren Rechtsrockkonzerten gekommen. Bisher stand die Kleinstadt Themar im Landkreis Hildburghausen besonders im Fokus. Dort versammelten sich im vergangenen Sommer bis zu 6.000 Neonazis. Versuche der Landesregierung, für derartige Veranstaltungen höhere juristische Hürden zu errichten, scheiterten bisher vor den Verwaltungsgerichten an der grundgesetzlich garantierten Versammlungsfreiheit. epd/nd

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