Werbung

Die Vermessung der Körper

Marie Frank über den Gesetzentwurf zum dritten Geschlecht

  • Von Marie Frank
  • Lesedauer: 1 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Nach dem Jubel folgt die Enttäuschung. Nachdem das Bundesverfassungsgericht im vergangenen Jahr ein starkes Signal für die Anerkennung der geschlechtlichen Vielfalt und Selbstbestimmung gesetzt hatte, ist angesichts des Gesetzentwurfs zum dritten Geschlecht mittlerweile Katerstimmung eingekehrt.

Schlimm genug, dass - wieder einmal - Gerichte die Politik zur Einhaltung rechtsstaatlicher Prinzipien wie dem Diskriminierungsverbot zwingen müssen. Doch anstatt die Chance wahrzunehmen, reaktionäre Regelungen wie das Personenstandsgesetz auf die Höhe der Zeit zu bringen, macht die Bundesregierung genau das Gegenteil.

Dass Menschen ein ärztliches Gutachten vorlegen müssen, um sich als divers eintragen lassen zu können, ist entwürdigend und biologistisch - warum nicht gleich die Schädelvermessung wieder einführen? Dadurch wird die Diskriminierung von Inter- und Transsexuellen nicht beseitigt sondern fortgeschrieben.

Während Männer und Frauen als »normal« gelten, werden Intersexuelle als Kranke stigmatisiert und Transsexuelle gleich ganz ausgeschlossen. Dabei hätte es eine ganz einfache und diskriminierungsfreie Lösung gegeben: den Geschlechtseintrag im Personenstand ganz zu streichen. Doch Wissen ist Macht und bei der Vermessung seiner Bevölkerung macht der deutsche Staat auch vor der Unterhose nicht Halt.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen