Frauenmorde in Mexiko

Als es Anfang der 1990er Jahre die Serienmorde an Fabrikarbeiterinnen in Ciudad Juárez nötig machte, die Verbrechen zu benennen, tauften Akademikerinnen wie Diana Russell und Marcela Lagarde sie »Femizide«: Hassmorde an Frauen. In den letzten 24 Jahren wurden in Ciudad Juárez mehr als 1500 Frauen ermordet, weil sie Frauen waren. 2017 gab es 96 Fermizide, die Tendenz ist steigend. Mittlerweile hat sich das Phänomen auf ganz Mexiko und Lateinamerika ausgeweitet, wo Millionen Frauen unter dem Motto »Ni una menos« (Nicht eine weniger) und »Vivas nos queremos« (Wir wollen uns lebend) auf die Straße gehen. In Mexiko werden jeden Tag sieben Frauen umgebracht. Kathrin Zeiske