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Was kommt auf die Versicherten zu?

Fragen & Antworten zur neuen App »Vivy« der Krankenkassen

  • Lesedauer: 3 Min.

Was soll »Vivy« leisten?

Arztbriefe, Befunde, Laborwerte und Röntgenbilder sollen in der digitalen Akte gespeichert und mit dem behandelnden Arzt geteilt werden können. Versicherte sollen sich an Impftermine oder Vorsorgeuntersuchungen erinnern lassen können. Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln sollen angezeigt werden, wenn man den Code auf der Packung oder dem Medikationsplan eingescannt hat. Überweisungen, U-Hefte oder Mutterpass können gebündelt werden. Versicherte sollen per Tablet und Smartphone auf ihre E-Patientenakte zugreifen können.

Für wen steht die neue App zur Verfügung?

Für Versicherte der DAK-Gesundheit, mehrerer Innungskranken- und Betriebskrankenkassen sowie der Allianz Private Krankenversicherung und der Barmenia, insgesamt für 13,5 Millionen Versicherte. Weitere Versicherungen sollen dazukommen, im Februar 2019 die Gothaer. Bei der DAK-Gesundheit soll »Vivy« über eine ebenfalls neue DAK-App angesteuert werden können, mit der Versicherte auch Bescheinigungen anfordern oder Bonuspunkte sammeln können.

Wie sieht es bei anderen Versicherungen aus?

Die AOK hat ihr Gesundheitsnetzwerk mit Pilotprojekten in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin gestartet. Die Techniker Krankenkasse (TK) ist mit inzwischen 30 000 Versicherten mit ihrer Digitalakte TK-Safe im Testbetrieb.

Wie kommen die Daten in die elektronische Akte?

Bei »Vivy« können Dokumente, die man in Papierform bereits zu Hause hat, eingescannt werden. Mit ein paar Klicks können Dokumente von Ärzten, Laboren und Kliniken angefordert werden, so dass diese die Akten verschlüsselt mit dem Versicherten teilen. TK-Chef Jens Baas verweist auf den großen Vorteil bei TK-Safe, weil die Versicherten bereits mit einer gefüllten Akte starten. Daten wie ihre Impfhistorie, eine Auflistung ihrer verschreibungspflichtigen Medikamente oder Übersichten über ihre Arzt- und Zahnarztbesuche inklusive Diagnosen bekämen sie auf Wunsch direkt eingespielt.

Was versprechen die »Vivy«-Macher in puncto Sicherheit?

Die sensiblen Daten seien sicher, sagen sie. Nur die Nutzer würden über die Verwendung entscheiden. »Vivy« setze auf mehrstufige Sicherheitsprozesse und eine asymmetrische Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, für die nur der Nutzer selbst den Schlüssel habe. Mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sind Inhalte nur für Absender und Empfänger im Klartext sichtbar. »Vivy« wurde von unabhängigen Unternehmen wie TÜV Rheinland getestet und als sichere Plattform zertifiziert.

Was sagen die Kritiker?

Sie glauben, dass die Angriffe auf Smartphones weiter steigen. Nach zwei Jahren gebe es bei den Geräten üblicherweise keine Sicherheitsupdates mehr. Da Gesundheitsdaten nicht nur intim, sondern auch lukrativ seien, könnte es sich lohnen, Viren und Trojaner zu entwickeln, um von unbefugter Seite heranzukommen. Es stelle sich auch die Frage, ob die Software in den Arztpraxen immer sicher und vor Missbrauch geschützt sei.

Wie reagieren die Ärzte?

Ihre obersten Vertreter bislang positiv. So will ab Ende 2018 »Vivy« eine Schnittstelle der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) für den verschlüsselten Datenaustausch mit Ärzten in Praxen, Krankenhäusern und Laboren nutzen. dpa/nd

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