Oma, Opa und Enkel

denkspiel mit Mike Mlynar

Jüngst war zu hören, dass auch Brandenburger Lernanfänger wieder traditionell schreiben lernen sollen: mit der Fibel, nicht nach Gehör. Praktizierte Reformpädagogik hat eben so ihre Macken. Nur gut, dass der Erfinder der Schreibe-nach-Gehör-Methode, der Reformpädagoge Jürgen Reichen (1939 - 2009), von Beruf Deutsch- und nicht Mathematiklehrer gewesen ist. Sonst sähe es mit den eher mittelmäßigen Matheleistungen hiesiger Kinder und Jugendlicher wohl noch ärger aus. Denn reformpädagogisch hätte dann vielleicht die ersten Schuljahre über 2 + 4 = 11, je nach gusto, auch noch etwas mehr oder etwas weniger sein dürfen.

Glücklicherweise haben wir viele kundige und kantige Mathelehrerinnen und -lehrer sowie sinnvolle außerschulische Formate. Die Matheolympiade beispielsweise. In der DDR gab es sie seit 1961/62, seit 1996 ist sie sogar bundesweit ein Eliteaushängeschild. Zuschriften an uns ist des öfteren zu entnehmen, dass auch Oma und Opa den Enkeln ganz gern mathematisch »kommen«. Von solchen Großeltern stammt übrigens ein entsprechender kindgemäßer Literaturtipp: »Köpfchen, Köpfchen« von B.A. Kordemski, Urania-Verlag, Leipzig/Jena/Berlin, 1963. Wir haben es umgehend für 4,90 + 2 Euro (Versand) per Internet erworben. Ihm sind, für Oma, Opa und Enkel, die beiden heutigen Aufgaben entlehnt:

Etwas leichter: Kinder sollen aus Knete für eine Installation gleichgroße Säulen formen. Aus jeder handelsüblichen Knetestange schafft man eine Säule, wobei ein Rest übrig bleibt. Die Reste von sechs Stangen lassen sich wieder zu einer Säule zusammen kneten. Wie viele Säulen können geschickte Hände aus 36 Stangen formen?

Etwas schwerer: Oma fordert die vier Enkelkinder auf, dass sich jedes irgendeine vierstellige Zahl ausdenkt. Dann sollen sie die erste Ziffer der jeweiligen Zahl ans Ende setzen, so eine neue vierstellige Zahl erhalten und dann die eine mit der anderen addieren. (zum Beispiel: 1234+2341=3575). Lina kam bei ihrer Kombination auf die Summe 8612, Adrian auf 4322, Nick auf 9867 und Julia auf 13856. Sofort sagt Oma, dass sich nur Nick nicht verrechnet hat. Woher weiß sie das?

Antworten an spielplatz@nd-online.de oder per Post (Kennwort »Denkspiel«). Einsendeschluss: Mittwoch, 31. Oktober. Absender nicht vergessen, denn wir verlosen zwei Buchpreise separat für die richtigen Antworten auf beide Fragen. Auch Einzeleinsendungen sind möglich.