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  • Politik
  • Wer folgt auf die CDU-Chefin?

Merkels mögliche Nachfolger

Ein junger Aufsteiger, ein alter Rivale und eine enge Vertraute - Wer erbt den CDU-Vorsitz der Kanzlerin?

  • Lesedauer: 3 Min.

Unmittelbar nach Bekanntwerden von Merkels Verzicht auf den Parteivorsitz brachte sich Friedrich Merz als Kandidat ins Spiel. Das hat einen Hintergrund: Merkel - damals Parteivorsitzende - hatte Merz 2002 von der Spitze der Unionsfraktion verdrängt. Das hat bei dem 62-Jährigen offenbar tiefe Spuren hinterlassen. Der Finanzexperte ist Vertreter des konservativen Parteiflügels und steht für eine Debatte über eine deutsche Leitkultur. In Erinnerung geblieben ist seine Forderung nach einem so simplen Steuersystem, dass die Steuererklärung auf einen Bierdeckel passt. Nach seiner Niederlage gegen Merkel wechselte der wirtschaftsliberale Jurist in die Privatwirtschaft. Mittlerweile ist Merz Aufsichtsratsvorsitzender des Flughafens Köln/Bonn und Mitglied einer internationalen Anwaltskanzlei in Düsseldorf.

Annegret Kramp-Karrenbauer geben viele in der Partei die besten Chancen, Merkel als Parteichefin zu beerben. Die 56-Jährige ist seit Februar CDU-Generalsekretärin - gewählt mit fast 99 Prozent der Stimmen. Nun will sie als CDU-Vorsitzende kandidieren. Die frühere saarländische Ministerpräsidentin gilt als Favoritin der Kanzlerin. Kramp-Karrenbauer hatte Merkel beeindruckt, als sie 2017 aus fast aussichtsloser Position die Landtagswahl an der Saar mit einem deutlichen Plus gewann. Die 56-Jährige hat sich in den vergangenen Monaten bei einer sogenannten Zuhör-Tour viel Sympathie an der Parteibasis erworben. Zugleich grenzte sie sich mit mehreren Äußerungen von Merkel ab - beispielsweise als sie davon sprach, dass die Partei wieder mehr Feuer brauche, wenn sie auch jüngere Menschen ansprechen wolle.

Der ehrgeizige Gesundheitsminister Jens Spahn hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder als konservativer Kritiker der Kanzlerin profiliert. Nun wirft auch er seinen Hut in den Ring. Ihm wird parteiintern angekreidet, dass er mit Äußerungen etwa in der Flüchtlingspolitik zu stark polarisiert habe. Wer als Kandidat die Mehrheit eines Parteitages auf sich vereinen wolle, müsse alle Flügel integrieren, sagen Kritiker. Nachdem Merkel bei der Bildung ihres vierten Kabinetts an Spahn nicht mehr herumgekommen war, konzentriere sich der 38-Jährige vor allem auf die Sachpolitik - das wird auch von seinen Kritikern anerkannt. Spahn kämpft allerdings auch nach Ansicht von Parteifreunden damit, dass er zwar noch jung, aber kein wirklicher Neuling im Bundestag ist: Er gehört dem Parlament bereits seit 2002 an.

Armin Laschet könnte als Vorsitzender des stärksten CDU-Landesverbandes schon qua Amt einen Anspruch auf den Vorsitz der Bundespartei anmelden - wenn er denn wollte. Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen gilt als loyaler Stellvertreter Merkels. 2005 wurde der 57-Jährige in Nordrhein-Westfalen Deutschlands erster deutscher Integrationsminister und machte mit vergleichsweise liberalen Aussagen zur Ausländerpolitik Furore. Zu einer möglichen Kandidatur für den Posten des CDU-Chefs äußerte sich Laschet zunächst nicht.

Für Wolfgang Schäuble wäre es die Krönung seiner langen politischen Laufbahn, könnte er Merkel zum Ende seiner Karriere im Kanzleramt ablösen - wenn auch wohl nur als Übergangslösung. Der über die Parteigrenzen anerkannte 76-Jährige könnte nun darauf hoffen, dass er auch von der SPD mitgetragen würde, sollte Merkel von ihrer Partei gezwungen werden, nicht nur den Vorsitz, sondern auch das Kanzleramt aufzugeben. dpa/nd

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