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Ist Freiburg das nächste Kandel?

Mehrfache Vergewaltigung einer 18-Jährigen /AfD kündigt Demonstration an / Zwei Gegendemonstrationen angemeldet

  • Von Ulrike Kumpe
  • Lesedauer: 2 Min.

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Berlin. Für Montagabend hat der AfD-Landtagsabgeordnete Stefan Räpple zusammen mit dem rechten Frauenbündnis »Kandel ist überall« und der Jugendorganisation der Partei, Junge Alternative, zu einer rechten Demonstration in Freiburg aufgerufen. Ebenfalls angemeldet sind zwei Gegendemonstrationen.

Der Anlass ist die mehrfache Vergewaltigung einer 18-Jährigen Freiburgerin auf dem Gelände der Freiburger Diskothek »Hans Bunte Club« in der Nacht des 14. Oktober. Die mutmaßlichen acht Täter sind syrische Geflüchtete und ein Deutscher, wie die Polizei in einer Pressemitteilung bekannt gab. Alle sind inzwischen in Untersuchungshaft.

Die AfD unternimmt damit einen weiteren Versuch, entlang des Themas »kriminelle Ausländer«, ihrer Forderung nach einer härteren Asylpolitik Nachdruck zu verleihen. Auf dem Plakat mit dem Räpple zur Demonstration aufruft, sind neben dem Abgeordneten drei Sätze hervorgehoben abgebildet: »Wir haben euch gewarnt! Nazis habt ihr geschrien! Am Bahnhof habt ihr geklatscht!«

Dieser Aufruf reiht sich in eine Zahl anderer AfD-unterstützer Demonstrationen ein, die vermeintlich Gewalt gegen Frauen anprangern - allerdings nur, wenn diese von Migranten ausgeht. Rechte Aufmärsche fanden dazu unter anderem in Kandel, Chemnitz und Köthen statt. Während es in Köthen zumeist ruhig blieb, gab es in Chemnitz pogromartige, rassistische und gegen Medienvertreter gerichtete Ausschreitungen.

Bisher sind laut »Badischer Zeitung« zwei Gegendemonstrationen angekündigt. Zum einen ruft der ehemalige Stadtrat Sebastian Müller zu Gegenprotesten auf. Auch der stellvertretende Vorsitzende des Freiburger Migrantenbeirates, Dejan Mihajlovic, mobilisiert unter dem Motto »#Zusammenstehen gegen rechte Hetze« zu friedlichem Protest. Beide wurden in den Sozialen Netzwerken für ihre Aufrufe angefeindet.

Müller fordert in seinem Aufruf zur Kundgebung via Twitter: »Mein Entsetzen ist keine Rechtfertigung für euren Hass«. #Zusammenstehen ruft gegen die »rassistische Vereinnahmung der grausamen Gruppenvergewaltigung« auf und dazu, den Rechten nicht die Straße zu überlassen, wie aus ihrem Aufruf hervorgeht.

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