Karl Marx zwischen Pfandhaus & Champagner

Wenn Bohemiens wie die beiden Autoren über einen Bohemien wie Karl Marx schreiben, kann das eigentlich nur gut werden. Denn wer versteht besser die Nöte der brotlosen Künstler, wie auch Marx einer war? Einer, der sich als Student statt der Jurisprudenz eher der Philosophie und Kunstgeschichte ergab, von seinem vorgezogenen Erbe lebte und die Vorhaltungen seiner Eltern verabscheute. Der als Wissenschaftler neuen Typs nicht von reichen Mäzenen abhängig sein wollte und doch Freund Friedrich anpumpen musste. Dieses Buch beschreibt treffend die Milieus, in denen Marx unterwegs war, seine Sorgen und Nöte, liefert reichlich ökonomischen und wirtschaftlichen Hintergrund. Es lässt auch die kleinen Schlawinereien des großen Philosophen nicht aus und liest sich unterhaltsam weg. Nur die Ausstattung des Bandes hätte etwas mehr Aufwand gut vertragen können. mps

Kathrin & Jens Baumeister: Karl Marx zwischen Pfandhaus & Champagner. Eigenverlag, 224 S., br., 14,90 €