Werbung

Automatisch Geld sparen beim Strom

Neue Tarifoptimierer

  • Lesedauer: 4 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Auf der Suche nach dem preisgünstigsten und fairsten Anbieter – das kann mühsam sein.
Auf der Suche nach dem preisgünstigsten und fairsten Anbieter – das kann mühsam sein.

Wie in den vergangenen Jahren werden sich laut Experten die Strompreise auch im Jahr 2019 weiter erhöhen. Besonders viel zahlt, wer noch nie den Anbieter gewechselt hat und somit noch bei seinem lokalen Grundversorger Kunde ist. Dort sind die Kosten seit 2005 um 65 Prozent gestiegen, und man bekommt im Schnitt in den 100 größten Städten 408 Euro mehr gegenüber günstigen Vergleichstarifen berechnet.

Selbst-Wechsler und unerfahrene Wechsler

Über die klassischen Vergleichsportale konnten sich Verbraucher bislang einen Überblick über die verfügbaren Strom- und Gastarife verschaffen. Allerdings sind die sogenannten »Selbst-Wechsler« bisher in der Minderheit. Für die große Mehrheit scheint der Aufwand noch zu groß. Jedes Jahr bleiben 90 Prozent der Haushalte in ihren teuren Tarifen und wechseln nicht. Auch diejenigen, die bereits einmal den Anbieter gewechselt haben, werden danach häufig mehrere Jahre lang nicht erneut aktiv und zahlen aufgrund der angestiegenen Preise ab dem zweiten Vertragsjahr deutlich zu viel.

Ihnen widmen sich seit Kurzem die sogenannten automatischen Tarifoptimierer. Firmen wie SwitchUp, Cheapenergy24 oder Wechselfuchs wechseln für Strom- und Gaskunden automatisch und jedes Jahr den Tarif. »Mit dieser automatischen Lösung wird sichergestellt, dass auch unerfahrene Wechsler nicht länger zu viel berechnet bekommen«, so Arik Meyer, Gründer von SwitchUp. Ähnliches verspricht Cheapenergy24 auf seiner Website den Strom- und Gaskunden die Energiekosten »entspannt« zu senken.

Tarifoptimierer seien zudem nicht nur der Versuch, die Mehrheit an unerfahrenen Wechslern an die Hand zu nehmen und ihnen einen »Rundum-Kümmer-Service« zu bieten, sondern auch den schief hängenden Energiemarkt zu verändern: »Es ist unfair, dass treue Kunden draufzahlen sollen, während Neukunden mit allerlei Geschenken umworben werden«, meint Meyer.

Wie funktionieren diese automatischen Tarifoptimierer?

Nachdem man sich angemeldet und seine persönlichen Präferenzen angegeben hat, erhält man von SwitchUp eine persönliche Tarifempfehlung. Bestätigt man diese, leitet SwitchUp automatisch den Anbieterwechsel ein und übernimmt die Kündigung des alten Anbieters.

Danach beginnt die sogenannte automatische Optimierung: Rechtzeitig vor Ablauf der Kündigungsfrist oder bei einer Preiserhöhung prüft SwitchUp vollautomatisch, ob der Tarif noch fair ist. Gibt es ein besseres Angebot im Markt, wird der Kunde per E-Mail über die Konditionen des neuen Tarifs informiert. Gleichzeitig wird erläutert, weshalb dieser Tarif ausgewählt wurde. Wenn der Kunde diese persönliche Tarifempfehlung bestätigt, wird nach sieben Tagen der Wechsel in den neuen Tarif vollautomatisch von SwitchUp ausgeführt und die Kündigung des alten Anbieters übernommen.

Auch telefonisch beim Kunden

Darüber hinaus steht SwitchUp seinen Nutzern bei jeglichen Fragen auch telefonisch zur Seite, was gerade weniger internetaffine Nutzer begrüßen. Somit müssen Nutzer der automatischen Tarifoptimierer also nicht länger selbst den Tarifdschungel durchblicken, an die Kündigungsfrist denken oder nach einem neuen Tarif Ausschau halten und stellen gleichzeitig sicher, nicht mehr zu viel berechnet zu bekommen.

Das Sparpotenzial von mehreren Hundert Euro pro Jahr ist identisch dem Selbst-Wechseln über klassische Vergleichsportale, da die Tarifgrundlage bei den Tarifoptimierern die gleiche ist. Verbraucherschützer sehen hier eine »interessante Idee«, wie Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW erklärte. Gleichzeitig weisen sie darauf hin, dass man dennoch nach wie vor Mitteilungen seines Anbieters aufmerksam lesen und sich nicht allein auf die Tarifoptimierer verlassen solle.

Wie finanzieren sich die Tarifoptimierer?

Das ist jeweils unterschiedlich. Bei Cheapenergy24 und Wechselfuchs werden 20 bis 30 Prozent von der Ersparnis des Kunden einbehalten. SwitchUp ist kostenfrei und finanziert sich ähnlich wie die klassischen Vergleichsportale über eine Provision des Strom- und Gasanbieters. Tatsächlich scheinen vermehrt unerfahrene Wechsler von der automatischen Tarifoptimierung Gebrauch zu machen.

Ein zweiter Wechselgrund

Es könnte noch einen zweiten Grund geben, warum viele Verbraucher sich erst mit Hilfe der zusätzlichen Unterstützung zu wechseln trauen, vermutet Meyer: »Viele Kunden spiegeln zurück, dass sie bisher aus Angst vor unseriösen Anbietern noch nie zuvor den Anbieter gewechselt hätten.« Sein Unternehmen lege deshalb neben dem automatischen Wechsel einen besonderen Wert auf die Seriosität der Anbieter und schließe unfair agierende Anbieter konsequent aus.

Ob nun durch das Versprechen des »Rundum-Kümmer-Services« oder der Schutz vor unseriösen Anbietern - es bleibt die Frage: Schaffen SwitchUp, Cheapenergy24 und Co. damit bereits signifikant mehr Menschen zu einem Anbieterwechsel zu bewegen als die Vergleichsportale bisher?

Es bleibt abzuwarten, ob sich dies in diesem Jahr in den Wechselstatistiken der Bundesnetzagentur niederschlägt. Wenn ja, dann würden die Tarifoptimierer das Ziel der Energiemarktliberalisierung vor 20 Jahren, nämlich günstige Stromversorgung durch verstärkten Wettbewerb, endlich auch für einen Großteil der Haushalte zur Realität machen.

Und es wäre ein Signal in den Markt hin ein: Letztlich werden Anbieter ihren Umgang mit Kunden und ihre Tarifstrukturen nur dann ändern, wenn genügend Verbraucher sich dagegen wehren.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen