Einmal gemessen reicht nicht

Selbst Studienergebnisse in Topjournalen wie »Nature« und »Science« sind oft nicht reproduzierbar.

  • Von Martin Koch
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.
Verliert man beim Betrachten 
des Denkers von Auguste Rodin (1840 – 1917) den Glauben?

Lässt man eine Metallkugel im luftleeren Raum frei fallen, beschreibt sie eine exakt vorhersagbare Bahn. So oft man den Versuch auch wiederholt, das Ergebnis ist das gleiche. Denn die Bewegung der Kugel folgt den Fallgesetzen, die so oft bestätigt wurden, dass niemand an ihnen zweifelt.

Tatsächlich besitzt die Reproduzierbarkeit oder auch Replizierbarkeit von Versuchsergebnissen einen hohen Stellenwert in der Wissenschaft. Das heißt, jeder Forscher, der ein bereits durchgeführtes Experiment unter gleichen Bedingungen wiederholt, muss - von unvermeidlichen Messfehlern abgesehen - auf das gleiche Resultat kommen wie seine Vorgänger. Darin unterscheidet sich die Wissenschaft von den meisten nichtwissenschaftlichen Formen des Denkens, deren Verfechter sich gewöhnlich mit anekdotischen Belegen für aufgestellte Behauptungen begnügen.

Man sollte also annehmen, dass das harte Kriterium der Reproduzierbarkeit Wissenschaftler zur Vorsi...

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