Werbung
  • Sport
  • Berliner Basketballer

Albas Jugend gewinnt Spitzenspiel

Trotz langer Verletztenliste siegen die Berliner Basketballer gegen die Bundesligaverfolger aus Bamberg

  • Von Oliver Kern
  • Lesedauer: 4 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Alba Berlin um Clint Chapman (M.) und Franz Wagner (r.) bezwang Bamberg im Spitzenspiel 92:88.
Alba Berlin um Clint Chapman (M.) und Franz Wagner (r.) bezwang Bamberg im Spitzenspiel 92:88.

Das Wort »impossible« ist derzeit eines der wichtigsten im Repertoire von Alejandro García Reneses. Dabei nutzen Trainer die Vokabel »unmöglich« nur äußerst ungern. Im Sport sei ja schließlich immer alles möglich, wenn man nur hart genug arbeite, noch dazu an sich glaube und irgendwelche Pokale auch noch ihre eigene Gesetze haben.

Der von allen nur Aito genannte Trainer des Basketball-Bundesligisten Alba Berlin ist jedoch kein Übungsleiter wie die meisten anderen. Auch er dürfte seinen Spielern zwar nicht offen ins Gesicht sagen, was sie alles nicht könnten, doch ist er derzeit sehr oft damit beschäftigt, sie öffentlich zu verteidigen. »Mit einer Verletztenmisere diesen Ausmaßes gegen solch gute Gegner zu bestehen, ist auf Dauer unmöglich«, hatte Aito schon am vergangenen Mittwochabend nach der knapp verlorenen Eurocuppartie gegen Cedevita Zagreb gesagt. Auf Dauer vielleicht nicht - aber hier und da ist ein Sieg doch mal drin. Am Sonntag bezwang Alba im Spitzenspiel der Bundesliga die Baskets aus Bamberg mit 92:88 und stoppte damit eine kleine Niederlagenserie, bevor sie zu einer Krise auswachsen konnte.

Der Berliner Start in die Saison war mit sechs Siegen in der Liga und fünf von sechs gewonnen Spielen im Europapokal sehr gut verlaufen. Alba hatte unter Beweis gestellt, dass mit den Berlinern nach Platz zwei in der Meisterschaft 2017/18 erneut zu rechnen sein wird. Und das, obwohl schon zu Beginn drei Stammspieler verletzt ausfielen.

An der Anzahl der Ausfälle hat sich zwar kaum etwas verändert, aber die Zusammensetzung ist deutlich ungemütlicher geworden. Denn mit Peyton Siva, Joshiko Saibou und Martin Hermannsson sind nun gleich drei Spielmacher ausgefallen. Auf einer einzigen Position müssen schnell neue Lösungen her.

Seitdem ist Aito plötzlich gezwungen, viel Verantwortung in die Hände junger deutscher Spieler zu legen, die oft genug nicht einmal 20 Jahre alt sind. Der 17-jährige Franz Wagner stand gegen Bamberg sogar in der Startformation, just an dem Tag, an dem sein Bruder Moritz für die Los Angeles Lakers sein NBA-Debüt feierte. Der 18-jährige Jonas Mattisseck stand in den letzten Spielminuten viel auf dem Parkett, ein noch größerer Vertrauensbeweis des Trainers, der bekannt dafür ist, Nachwuchskräfte besonders zu fördern. Doch in dieser Konzentration ist es selbst für Aito ungewöhnlich

Solch eine Misere ist nicht neu, und schon gar nicht einzigartig in der Liga. Doch Alba reagiert darauf anders als in der Vergangenheit. Fallen wichtige Stützen aus, wird sonst immer nachgekauft. Im Basketball ist das gut möglich, gibt es doch keine Transferfenster, dafür aber moralisch sehr fragwürdige Drei-Monats-Verträge, mit denen talentierte US-Basketballer ausgestattet werden können. Doch diesmal verzichten die Berliner auf diesen Schritt, suchen lieber Lösungen im eigenen Nachwuchs und gehen mit offenem Visier das Risiko ein, ein paar Mal damit zu scheitern - so wie jüngst gegen Zagreb, als eine zwischenzeitlich komplett deutsche Aufstellung in der ersten Hälfte völlig überfordert war.

Das Gute an jungen Spielern ist ihre schnelle Lernfähigkeit. Den Fehler, Gegner am Anfang einer Partie zu weit weg zu lassen wie bei der ersten Liganiederlage in Vechta vor einer Woche und danach gegen Zagreb, wurde gegen Bamberg nicht mehr wiederholt. »In den beiden Spielen haben wir gegen große Rückstände angekämpft. Wir kamen ran, doch am Ende kam nichts dabei raus. Das wollten wir auf keinen Fall noch einmal haben«, sagte Stefan Peno. Der Serbe, der auf der Aufbauposition die meiste Spielzeit von Siva übernommen hat, ist auch erst 21 Jahre alt.

Mit dem Sieg gegen Bamberg, sicherte sich Alba seinen Platz in der Spitzengruppe. Im Eurocup ist man zudem sicher für die nächste Runde qualifiziert, und bald verschafft die Länderspielpause etwas Luft zum Atmen und Heilen der Wunden. Danach dürfte Berlin gestärkter zurückkommen, denn die Erfahrung im Kader ist durch die aktuell gemeisterte Misere um einiges gewachsen.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Schenken Sie schon, oder rätseln Sie noch?

Verschenken Sie das »nd«

Klare Worte, Kritische Debatten und mutiger Journalismus von Links: Das »nd« wird Sie bewegen.

Jetzt verschenken oder sich selbst beschenken