Werbung

Airbnb streicht israelische Siedler-Wohnungen im Westjordanland aus Angebot

200 Unterkünfte in von Israel besetztem Palästinensergebiet betroffen / Israels Tourismusminister will nun Aktivitäten von Airbnb einschränken

  • Lesedauer: 2 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Jerusalem. Das Internetportal Airbnb will künftig keine Übernachtungen mehr in Siedlerwohnungen im Westjordanland vermitteln. Nach einer internen Überprüfung habe Airbnb beschlossen, »dass wir Angebote in israelischen Siedlungen im besetzten Westjordanland entfernen sollten, die Kern des Streits zwischen Israelis und Palästinensern sind«, erklärte das US-Unternehmen am Montag. Es handele sich um ein umstrittenes Thema und Airbnb wisse, »dass Leute mit dieser Entscheidung nicht einverstanden sein werden«.

Die Entscheidung betrifft 200 Unterkünfte in israelischen Siedlungen, die auf der Plattform aufgeführt waren. Die internationale Gemeinschaft betrachtet die Siedlungen als illegal und als Haupthindernis für einen Frieden zwischen Israel und den Palästinensern.

Der Direktor der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch für Israel und die Palästinensergebiete, Omar Schakir, nannte die Entscheidung von Airbnb einen »begrüßenswerten Schritt«. »Unternehmen wie Booking.com sollten dem folgen«, erklärte er im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Rund 400.000 Israelis leben in den unterschiedlich großen Siedlungen im Westjordanland, weitere 200.000 im von Israel besetzten Ostteil Jerusalems.

Israels Tourismusminister Yariv Levin kritisierte den Schritt von Airbnb als »beschämend und unglücklich«. Sein Ministerium bereite Maßnahmen vor, um die Aktivitäten von Airbnb in Israel einzuschränken, erklärte er. Als Gegenmaßnahme wolle er ein Programm für kurzfristige Vermietungen in den Siedlungen wiederbeleben. Der Minister für innere Sicherheit, Gilad Erdan, rief Siedler auf, »Klagen gegen Airbnb in Erwägung zu ziehen«.

Der ranghohe Palästinenservertreter Sajeb Erakat begrüßte die Entscheidung der Internetplattform »als ersten positiven Schritt«. Es sei »wichtig« für Airbnb, der internationalen Rechtsauffassung zu folgen, wonach Israel »Besatzungsmacht« sei und israelische Siedlungen im Westjordanland und das besetzte Ost-Jerusalem »illegal sind und Kriegsverbrechen darstellen«.

Die Palästinenser hatten 2016 gedroht, juristisch gegen Airbnb vorzugehen, weil das Unternehmen Wohnungen in den besetzten Gebieten so präsentiere, als befänden sie sich in Israel. Das Unternehmen kündigte daraufhin an, die Einwände zu prüfen. AFP/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen