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Mobilität ist ein Musk

Verkehrsminister Scheuer hat keine Zeit, um über neue Autoantriebe zu sprechen

Berlin. »Da hab ich schon was Besseres vor.« Der genaue Wortlaut ist zwar nicht bekannt, mit dem Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) der EU-Kommission seine Nichtteilnahme an einem geplanten Dieselgipfel nächste Woche mitteilte, doch abgesagt hat er. EU-Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska nannte dies »enttäuschend« und sagte, es sei »sinnlos«, ein solches Treffen ohne den Staat mit der größten Automobilindustrie auszurichten. Jetzt soll ein Treffen auf Expertenebene stattfinden. Und Scheuer meinte: »Wir können uns gerne weiter über Diesel unterhalten. Nur zu einem anderen Zeitpunkt.«

Dabei sollte es gar nicht um Diesel gehen, sondern um die Konsequenzen aus dem Abgasskandal und insbesondere die Entwicklung einer gemeinsamen Linie bei der Einführung neuer Antriebstechnologien wie Elektromotoren. Hier hinken europäische Autohersteller trotz großer Investitionspläne hinterher. Gerade die Bundesregierung steht auf der Bremse und verspricht den Verbrennungsmotoren immer noch eine leuchtende Zukunft. Offenbar versucht die Politik Zeit zu schinden, während die Probleme mit der Luftqualität und die gerichtlich verfügten Fahrverbote in mehreren Großstädten überhandnehmen.

Auch wegen der geringen staatlichen Förderung muss man Elektroautos in Deutschland mit der Lupe suchen. In den ersten drei Quartalen 2018 kamen sie mit 25 000 Neuzulassungen auf einen Marktanteil von nicht einmal einem Prozent. Spitzenreiter ist hier Smart, gerade einmal auf Platz 6 rangiert der technologische Pionier Tesla. Das US-Unternehmen mit seinem illustren Chef Elon Musk hat auch eine politische Botschaft: Das Verbrennen fossiler Rohstoffe sei »das bislang blödeste Experiment in der Geschichte«, sagte er mal. Eine Erkenntnis, der man sich auch durch Terminnot nicht entziehen sollte. KSte Seite 3

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