Werbung

430 kubanische Mediziner verlassen Brasilien

Der brasilianische Präsident Bolsanaro wirft Kuba »Sklaverei« vor

  • Lesedauer: 2 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Kubanische Ärzte stehen mit ihrem Gepäck am Flughafen in Brasilia, bevor sie nach Kuba zurückreisen. Nach dem Streit um das Programm «Mehr Ärzte» zieht Kuba ab Donnerstag seine ersten Mediziner aus Brasilien ab.
Kubanische Ärzte stehen mit ihrem Gepäck am Flughafen in Brasilia, bevor sie nach Kuba zurückreisen. Nach dem Streit um das Programm «Mehr Ärzte» zieht Kuba ab Donnerstag seine ersten Mediziner aus Brasilien ab.

Brasilia. Hunderte kubanische Mediziner haben sich nach dem Streit um das Programm »Mehr Ärzte« in Brasilien auf den Rückweg in ihre Heimat gemacht. Am Flughafen der brasilianischen Hauptstadt Brasília versammelten sich am Donnerstagabend 430 Ärzte, um mit zwei Charterflügen nach Kuba zurückzukehren. Insgesamt sollen nach heftiger Kritik des designierten brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro vor Mitte Dezember 8300 kubanische Mediziner das Land verlassen.

Kuba hatte vergangene Woche angekündigt, das Programm »Mehr Ärzte« in unterversorgten Regionen Brasiliens einzustellen. Grund seien »unverhohlene, verächtliche und drohende« Äußerungen des faschistischen Politikers Bolsonaro, der die Präsidentschaftswahl im Oktober gewonnen hatte.

Bolsonaro hatte während des Wahlkampfs mehrfach mit der Beendigung des Programms gedroht und die Fortsetzung kürzlich an Bedingungen geknüpft. So sollten sich die kubanischen Ärzte erneuten Prüfungen unterziehen. Außerdem sollten sie ihre Familien nach Brasilien holen dürfen und das volle Gehalt bekommen, das die Regierung in Brasília an Havanna überweist.

Tatsächlich leitet die kubanische Regierung nur 30 Prozent des von Brasilien bezahlten Gehalts an die Ärzte weiter. Der Rest des Geldes fließt in den kubanischen Staatshaushalt. Bolsonaro hatte von »Sklaverei« gesprochen und gesagt, er wolle nicht die »kubanische Diktatur« finanzieren.

Nach Angaben des kubanischen Gesundheitsministeriums waren seit 2013 knapp 20.000 kubanische Mediziner in Brasilien im Einsatz. Sie hätten mehr als 113 Millionen Menschen behandelt.

Ärzte aus Kuba genießen einen guten Ruf, weshalb die Regierung des kommunistischen Landes sie seit Jahrzehnten in zahlreiche unterversorgte Länder entsendet. Für den Inselstaat sind die im Ausland arbeitenden Ärzte eine wichtige Einnahmequelle - sie bringen mehr Geld ein als der Tourismus. AFP/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen