In den Weiten der Nachdenklichkeit

Nikita Afanasjew, Sohn russischer Umsiedler, auf der Suche nach dem Land seines Vaters

  • Von Irmtraud Gutschke
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Das Einzige, was an diesem Buch auszusetzen wäre, ist der Titel: »König, Krim & Kasatschok«. Anbiederung per Stabreim: Der König soll wohl Putin sein, doch was soll hier, bitteschön, der Kasatschok? Klischeedenken von Leuten, die ihr Wissen über Russland aus ihrer Münchner Regionalzeitung haben! Ach was, Halbwissen und Verleumdung findet sich doch allerorten. Und Bücher brauchen verkaufsträchtige Titel. Aber Vorsicht, man erreicht mitunter das Gegenteil. Der Buchumschlag mit der schwarzen Leninstatue auf rotem Grund könnte auch Abwehrreflexe erzeugen: Wieder so ein Machwerk, das brauche ich nicht.

Was ungerecht wäre dem Autor gegenüber. Nikita Afanasjew hat nämlich ein lesenswertes Buch geschrieben, lebendig, nachdenklich, aufrichtig. 1982 in Tscheljabinsk geboren, war er zehn, als er mit der Mutter ins Ruhrgebiet zog, wo schon die deutschstämmigen Verwandten mütterlicherseits wohnten. Er wollte nicht weg, und sie kamen natürlich nicht ...


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