Der Osten blieb wieder ausgespart

20 Jahre nach der Washingtoner Erklärung zogen Wissenschaftler Bilanz über Restitution

  • Von Ronald Sprafke
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Wir wollen hier nicht über Geld, wir wollen über Gewissen, Moral und Erinnerung sprechen«, beschwor der Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel 1998 in Washington die Teilnehmer einer Konferenz, die sich einem lange vernachlässigten Thema widmeten.

Seit 1933 wurden in Deutschland jüdische Kunstsammlungen beschlagnahmt. Oder aber die Besitzer mussten ihre Sammlungsstücke oft weit unter Wert verkaufen, um für sich und ihre Familien bei den Nazis die Ausreiseerlaubnis ins Exil zu erstehen, die sogenannte Reichsfluchtsteuer. 1939 dann erstellte eine Kommission Listen mit Kunstwerken in ausländischem Besitz, die »heim ins Reich« geholt werden sollten. Ein Führerbefehl vom 30. Juni 1940 ordnete die »Sicherstellung aller öffentlichen und privaten Kunstwerke an, insbesondere derjenigen aus jüdischem Besitz«. Wehrmacht und Außenministerium, vor allem aber dann der »Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg« organisierten planmäßig den systematischen Kunst...


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