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Was tut sich bei Lkw-Abbiegesystemen?

Lebensgefahr bei Grün

  • Von Jürgen Holz
  • Lesedauer: 2 Min.

Obwohl in der Vergangenheit das individuelle Sichtfeld des Lkw-Fahrers durch eine steigende Anzahl von Spiegeln vergrößert und der obligatorische Seitenunterfahrschutz die Sicherheit für ungeschützte Verkehrsteilnehmer erhöht wurde, stellen Abbiegeunfälle nach wie vor ein gravierendes Problem dar.

Umso dringender sind ausgereifte Fahrerassistenzsysteme zur Verhinderung von Abbiegeunfällen. Hier ist die Automobilindustrie genauso gefordert wie der Gesetzgeber. Denn gesetzlich vorgeschrieben ist in Deutschland ein solches System nicht, weil es nicht zuletzt einer EU-Regelung bedarf, die erst für das Jahr 2022 avisiert ist. Inzwischen gibt es eine Bundesratsinitiative, mit der Druck auf die Bundesregierung gemacht werden soll, um im Rahmen des Möglichen eine nationale Lösung zu finden. Über das Stadium des Prüfens man noch nicht weit hinaus gekommen.

Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) hat inzwischen zur Förderung entsprechender Systementwicklungen Anforderungen und Testmethoden für Abbiegeassistenzsysteme bei Lkw entwickelt, denn die Assistenzsysteme müssen absolut zuverlässig funktionieren.

Die im vorigen Jahr vom Bundesverkehrsministerium ins Leben gerufene »Aktion Abbiegeassistent« hat zumindest dazu geführt, dass sich zahlreiche Lebensmittel- und Logistikketten freiwillig zu entsprechenden Nachrüstungen verpflichtet haben - noch vor der EU-weiten gesetzlichen Einführung der Abbiegesysteme.

Trotz positiver Ansätze tun sich die Lkw-Hersteller mehrheitlich schwer, das technisch Machbare serienmäßig einzubauen. Sie verweisen auf hohe Kosten und reklamieren staatliche Fördermittel, die die Bundesregierung angekündigt hat.

Hinsichtlich der Qualität der Systeme streiten sich die Geister. Der Grund: Die Assistenzsysteme basieren im Wesentlichen auf Kameras, Sensoren oder Radar oder aus deren Kombination. Reine Kamera-Monitorsysteme, die dem Fahrer nur ein Bild der rechten Fahrzeugseite liefern, sind ungenau. Ultraschallsensoren, die zusätzlich den Bereich rechts vor dem Fahrerhaus und unmittelbar hinter der Vorderachse überwachsen, liefern ein genaueres Ergebnis. Wird ein Hindernis erkannt, warnt das System den Fahrer mit einem akustischen und visuellen Signal. Aber die Zuverlässigkeit wird bezweifelt, weil das System Menschen von Gegenständen nicht unterscheiden kann.

Radarsensoren, wie sie beispielsweise Daimler bei seinen Nutzfahrzeugen schon einsetzt, liefern hier das beste Ergebnis. Das Problem aber ist: Je größer der von Sensoren erfasste Bereich ist, desto wahrscheinlicher sind Fehlermeldungen.

Im November ging ein neues Warnsystem - Bike-Flash genannt - in Garbsen bei Hannover in Betrieb. Eine Wärmesensorik kann Radfahrer wie auch Fußgänger ab einer Entfernung von 40 Metern vor einem Abzweig erkennen. An einem Mast an der Kreuzung blinken dann vier Leuchten in unterschiedlicher Höhe, die Lastwagen- und Autofahrer vor der Gefahr warnen. Inwieweit sich das System (Kosten 34 000 Euro) bundesweit durchsetzt, ist offen.

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