Wo Hitler Erntedankfest feierte

Am Bückeberg in Niedersachsen soll ein Gedenkort an Nazi-Propaganda erinnern. Kommunen schlossen Kompromiss

  • Von Hagen Jung
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

An Wald fehlt es nicht auf dem Bückeberg im Süden Niedersachsens. Er liegt nicht weit entfernt von der Rattenfängerstadt Hameln an der Weser. Dennoch zogen fleißige Leute nach Ende des Zweiten Weltkriegs auf eine bis dahin kahle Fläche jener Erhebung und pflanzten neue Bäume. Dies war ein Forsteinsatz zum Zwecke der Geschichtskosmetik. Denn das frische Grün sollte die Überreste einer Tribüne verbergen, auf der sich von 1933 bis 1937 hochrangige Nazis, an ihrer Spitze Adolf Hitler, bei dem alljährlich von ihnen zelebrierten »Reichserntedankfest« bejubeln ließen.

Von jenem Spektakel, das jedes Mal über eine Million Teilnehmer anzog, wollten viele Menschen im nahen Emmerthal 1945 nichts mehr sehen und hören. Sie wollen das offenbar auch heute nicht. Denn als es vor geraumer Zeit hieß, der Bückeberg solle zu einem Lern- und Gedenkort werden, der an faschistische Propagandamethoden gemahnt, regte sich Bürgerprotest. Unter Kommunalpolitikern ...


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