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Goldener Windbeutel verliehen

Foodwatch ehrt Coca-Cola wegen »besonders dreister Werbelüge« mit Negativpreis

  • Von Haidy Damm
  • Lesedauer: 2 Min.

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Foodwatch am Dienstag vor der Berliner Coca-Cola-Zentrale
Foodwatch am Dienstag vor der Berliner Coca-Cola-Zentrale

Vor der Deutschland-Zentrale von Coca-Cola in Berlin warteten die Vertreter*innen der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch am Dienstagmorgen vergeblich. Sie wollten den »Goldenen Windbeutel« übergeben, einen Negativpreis für »besonders dreiste Werbelügen«. Die Türen des Getränkekonzerns blieben für die Kritiker*innen erwartungsgemäß verschlossen.

Den ersten Platz bekam Coca-Cola für sein »Smartwater«. Die Kritik: Das Wasser sei »nicht besser als herkömmliches Mineralwasser« - koste aber bis zu sieben Mal mehr. An der Online-Abstimmung von Foodwatch hatten sich fast 70 000 Menschen beteiligt. Das »Smartwater« erhielt dabei mehr als 21 000 Stimmen. Die Verbraucher*innen konnten neben dem Coca-Cola-Produkt auch ein Olivenöl wählen, das mit großen Oliven auf dem Etikett wirbt, aber zu 49 Prozent aus Sonnenblumenöl besteht. Außerdem standen ein Erbseneintopf, ein Ketchup für Kinder sowie ein Müsliriegel auf der Liste.

Nach Angaben von Foodwatch wird beim »Smartwater« Wasser erst verdampft und dann wieder aufgefangen. Verlorene Mineralstoffe würden später wieder hinzugefügt. Foodwatch sprach von einem »hanebüchenen Bearbeitungsverfahren«, das wissenschaftlich klinge, »aber völlig unsinnig ist«. »Es ist einfach nur ein schnödes Wasser, teuer verkauft«, sagte Sophie Unger von Foodwatch. Im Handel koste der Liter 1,65 Euro und damit bis zu siebenmal mehr als normales Mineralwasser. Coca-Cola ziehe den Verbraucher*innen damit das »Geld aus der Tasche«.

Coca-Cola bezeichnete die Auszeichnung als »nicht gerechtfertigt«. »Die Deklaration und Kennzeichnung des Wassers sind transparent und entsprechen den lebensmittelrechtlichen Regelungen«, sagte eine Sprecherin. Sämtliche Aussagen zum Getränk und seinen Inhaltsstoffen seien »selbstverständlich zugelassen«. Grundsätzlich seien unterschiedliche Preise für Produkte nicht nur in der Lebensmittelindustrie gang und gäbe. Den von Foodwatch kritisierten Herstellungsprozess bestätigte das Unternehmen. Das Wasser werde aus natürlichem Mineralwasser hergestellt. »Dieses wird durch innovative Dampfdestillation aufbereitet und anschließend mit Mineralsalzen versetzt«, so Coca-Cola. Dadurch erhalte das Wasser einen »besonders klaren, frischen und wenig mineralischen Geschmack.«

Die Organisation Foodwatch verleiht den Goldenen Windbeutel in diesem Jahr bereits zum achten Mal. Mit der Online-Abstimmung will Foodwatch auf legale Täuschung im Lebensmittelbereich aufmerksam machen und bessere gesetzliche Kennzeichnungsregeln erwirken. Die Verbraucherorganisation fordert unter anderem eine verständliche Nährwert-Ampel, ein Verbot irreführender Gesundheitswerbung sowie realistische Produktbezeichnungen und Verpackungen. Mit Agenturen

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