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Das Grauen am Bug

Im Zweiten Weltkrieg wurden Moldawiens Roma grausam verfolgt - heute ist ihr Schicksal weitgehend vergessen

  • Von André Widmer, Chisinau
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

»Sie haben uns nach Cioresti gebracht. Von dort ging es weiter mit Karren und dann in Eisenbahnwaggons. Sie gaben uns nicht mal Wasser. Ein kleines Kind hat sich nass gemacht, und die Mutter hat schnell ihre Hände hochgehalten und den Urin ihres eigenen Kindes getrunken.«

Alexandra Bogdan sitzt auf dem Bett in ihrem Haus in Vulcanesti, einer Siedlung im Westen Moldawiens. Hier leben über 80 Prozent Roma. Die 97-Jährige ist eine der wenigen Roma-Überlebenden, die während des Zweiten Weltkrieges von der rumänischen Besatzungsmacht zu Tausenden in Arbeits- und Todeslager in die heutige Ukraine deportiert wurden. »Sie haben uns in Waggons zu dem Fluss Bug gebracht. Es war verboten, durch das Wasser auf die andere Seite zu gehen. Viele Leute sind vor Hunger und Durst gestorben. Sie haben dort einen großen Ofen gebaut, die Toten auf Karren geladen und nachher in den Ofen geworfen und im Feuer verbrannt.«

Alexandra Bogdan schildert ...


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