Werbung

Waffen zu Rettungsbooten

Alle Armeen der Welt sollten Neuseelands Beispiel folgen und nur noch den Klimawandel bekämpfen, findet Alexander Isele

  • Von Alexander Isele
  • Lesedauer: 1 Min.

Dass Neuseeland eine Invasion bevorsteht, ist durch die isolierte Lage quasi undenkbar. Die bisher letzte Invasion der paar Inseln im Südpazifik fernab von allem Anderen führte zur Gründung Neuseelands. Die Tradition der indigenen Bevölkerung wird im postkolonialen Neuseeland als Folklore wie beim Kriegstanz vor Rugbyspielen gepflegt und vermarktet.

Das Militär ist winzig: 4500 Vollzeit- und 1700 Teilzeitsoldaten in der Armee (die keine Kampfpanzer besitzt), die Marine besteht aus zwei Fregatten und acht weiteren Schiffen, die Luftwaffe aus 51 Flugzeugen. Derzeit dienen etwa 350 Soldaten bei Peacekeeping-Missionen der Vereinten Nationen.

Dass das neuseeländische Militär den Klimawandel zu einem der wichtigsten Feinde erklärt, erscheint logisch und vorbildlich: Die Erderwärmung droht Inselstaaten versinken zu lassen, verursacht Überschwemmungen, Wasserknappheit, Streit um Land und weitere Migrationsbewegungen.

Nur, der Kampf gegen den Klimawandel soll auch ein Mittel für Einflussnahme sein: Die Hilfe für in Not geratene Pazifikstaaten sei eine Möglichkeit, das Ansehen Neuseelands zu steigern und so den Einfluss anderer Mächte (China?!) zurückdrängen. Aber: Besser ein Kampf gegen den Klimawandel als einer mit scharfen Waffen.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!