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Seenotrettungseinsatz mit »Aquarius« wird beendet

Schiff konnte zwei Monaten den Hafen nicht verlassen / SOS Méditeranée sucht nach neuem Schiff für Hilfseinsätze

  • Lesedauer: 2 Min.

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Das Rettungsschiff
Das Rettungsschiff "Aquarius"

Berlin/Paris. Der Einsatz des Rettungsschiffs »Aquarius« im Mittelmeer wird beendet: Nach monatelangen Auseinandersetzungen sehen sich »Ärzte ohne Grenzen« und SOS Méditerranée gezwungen, das Schiff außer Betrieb zu nehmen, wie die beiden Hilfsorganisationen am Freitag mitteilten. Bereits seit zwei Monaten habe es den Hafen von Marseille nicht verlassen können. »Was wir in den vergangenen Monaten erlebt haben, war eine gezielte Kampagne gegen die Rettung von verzweifelten Menschen auf dem Mittelmeer«, erklärte Florian Westphal, Geschäftsführer von »Ärzte ohne Grenzen« in Deutschland. Dies bedeute, dass mehr Menschen ertrinken werden.

SOS Méditeranée kündigte an, seine Hilfseinsätze im Mittelmeer künftig mit einem anderen Schiff fortsetzen zu wollen. Dafür würden nun mutige Reedereien gesucht, die bereit sind, »ein Zeichen der Solidarität mit den zivilen Seenotrettern zu setzen«. »Wir haben den Höhepunkt der Kriminalisierung von humanitärer Hilfe auf See erreicht«, betonte die Geschäftsführerin von SOS Méditeranée in Deutschland, Verena Papke.

Lesen Sie auch das Interview mit der Geschäftsführerin von SOS Méditerranée Verena Papke: Spielball der EU-Politik

»Ärzte ohne Grenzen« teilte auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) mit, die Organisation überlege, wie sie weiter vorgehen werde. Bislang gebe es keine Pläne für eine Zusammenarbeit mit einer weiteren Organisation. Nothilfekoordinatorin Karline Kleijer erklärte, solange Menschen im Mittelmeer und in Libyen litten, werde »Ärzte ohne Grenzen« nach Möglichkeiten suchen, sie medizinisch zu versorgen.

Als erstem Schiff verweigerte Italien der »Aquarius« im Juni einen Hafen zum Anlegen. Mit über 600 Flüchtlingen an Bord musste die Besatzung eine Woche lang im Mittelmeer ausharren, bis das Schiff schließlich in Spanien anlegen durfte. Auch für andere Rettungsschiffe blieben die italienischen Häfen daraufhin geschlossen. Laut SOS Méditeranée wurde der »Aquarius« nach Rettungseinsätzen auf politischen Druck hin zweimal die Flagge entzogen. Zudem ordneten kürzlich die italienischen Behörden die Beschlagnahmung des Schiffes wegen des Verdachts auf illegale Abfallentsorgung an.

Den beiden Organisationen zufolge wurden bei den Einsätzen der »Aquarius« seit Februar 2016 fast 30.000 Kinder, Frauen und Männer vor dem Ertrinken gerettet. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) kamen in diesem Jahr bislang 2.160 Menschen bei der Überquerung des Mittelmeers ums Leben. epd/nd

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