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Gotteskriegerin

Mit Damares Alves zieht eine Vertreterin der reaktionären Pfingstkirchen in die Regierung

  • Von Niklas Franzen
  • Lesedauer: 2 Min.

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Der unglaubliche Rücktritt Brasiliens lässt sich derzeit besonders gut an den ernannten Minister*innen ablesen. Zum Gruselkabinett des zukünftigen rechtsradikalen Präsidenten Jair Bolsonaro zählen ein ultraliberaler Chicago-Boy (Paulo Guedes), eine als »Königin der Pestizide« bekannte Agrarlobbyistin (Tereza Cristina), ein verschwörungstheoretischer Trump-Fan (Ernesto Araújo) und gleich sechs Militärs. Auch die jüngste Nominierung hat es in sich. Damares Alves wird künftig das Ministerium für Frauen, Familie und Menschenrechte leiten. Ihre Nominierung löste heftige Proteste aus, denn: Alves ist evangelikale Pastorin, radikale Abtreibungsgegnerin und selbst erklärte Kämpferin gegen eine vermeintliche »Gender-Ideologie«. In der ersten Rede nach ihrer Zusage erklärte sie, für »ein Brasilien ohne Abtreibungen« zu kämpfen. Zwar versprach sie, für den »Frieden« zwischen Konservativen und der LGBTI-Bewegung einzutreten, jedoch teilte sie in der Vergangenheit hart gegen alle Menschen aus, die von ihrem heteronormativem Weltbild abweichen.

Auch der Feminismus ist Alves ein Dorn im Auge. Sie vertritt offen ein ultrakonservatives Familienbild. In einem Interview erklärte sie einmal, dass Frauen geboren werden, um Mütter zu sein und dass in einer idealen Gesellschaft Frauen zu Hause blieben, während Männer das Geld verdienten.

Die 54-Jährige stammt aus dem Nordosten Brasiliens. Als Sechsjährige wurde sie vergewaltigt. Deshalb begann sie später sich für Kinder in Not zu engagieren, gründete eine Organisation für Straßenkinder, adoptierte sie ein indigenes Kind. Alves arbeitete viele Jahre als Lehrerin und Anwältin, bevor sie Beraterin des rechten Politikers Magno Malta - ebenfalls Pastor und Gospelsänger - wurde. Alves wohnt in der Millionenstadt Belo Horizonte, wo sie regelmäßig in einer evangelikalen Megakirche vor tausenden Gläubigen predigt. Wo es in der Politik genau hingehen soll, erklärte Alves nach ihrer Nominierung in einem Youtube-Video: »Der Moment ist gekommen, in der die Kirche regiert.«

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