Werbung

Ver.di ruft zum Arbeitskampf bei Amazon auf

Streik an zwei Standorten des US-Unternehmen / Mögliche Auswirkungen auf Weihnachtszustellungen

  • Lesedauer: 2 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Leipzig. Am Montagmorgen hat ein mehrtägiger Streik von Mitarbeitern beim Versandhändler Amazon in Leipzig begonnen. Laut einem ver.di-Sprecher bestehe deshalb die Gefahr, dass Weihnachtsgeschenke nicht rechtzeitig bei den Kunden ankommen könnten. Der Grund für den Arbeitskampf ist nach Angaben von ver.di, dass die Gewerkschafter damit ihre Forderung, Arbeitsbedingungen tarifvertraglich zu regeln, unterstreichen wollen.

Ab der Nacht zum Montag bis Heiligabend sind jeweils Früh- und Spätschicht in Leipzig zum Ausstand aufgefordert. Auch die Mitarbeiter im Versandhandelszentrum in Werne in Nordrhein-Westfalen sind zum Streik aufgerufen - das jedoch zunächst bis Dienstagabend. Dass sich Amazon der Aufnahme von Tarifverhandlungen weiter verweigere, sei eine Provokation, so die Gewerkschaft.

Ver.di fordert seit inzwischen mehr als fünf Jahren, dass die Amazon-Mitarbeiter nach Tarif im Einzel- und Versandhandel bezahlt werden. Der US-Riese lehnt dies strikt ab. Amazon sieht sich als Logistiker und verweist auf eine Bezahlung am oberen Ende dessen, was in der Logistikbranche üblich sei.

Die Verdi-Landesbezirksfachbereichsleiterin Handel NRW, Silke Zimmer, kritisierte auch das geringe Weihnachtsgeld für die Beschäftigten. Nach den Tarifverträgen des Einzelhandels bekäme ein Packer bei Amazon mehr als 1400 Euro - beim Onlinehändler würden lediglich 400 bis 600 Euro gezahlt, sagte sie. »Bei dem Umsatz, den Amazon in der Weihnachtszeit auf dem Rücken der Kolleginnen und Kollegen erwirtschaftet, ist dies durch nichts zu rechtfertigen«, kritisierte sie.

Die Leipziger SPD-Bundestagsabgeordnete Daniela Kolbe hat die Streiks indes begrüßt. »Seit Jahren wird bei Amazon dafür gestreikt, dass endlich ein Tarifvertrag für den Versandhandel zur Anwendung kommt«, erklärte Kolbe in der »Rheinischen Post«. In Deutschland sollte das eine Selbstverständlichkeit sein, forderte die Arbeitsmarktexpertin. »Ich habe großes Verständnis und großen Respekt für die Streikenden.«

Begonnen hatte die Auseinandersetzung zwischen der Gewerkschaft und dem Branchen-Riesen aus den USA bereits im Mai 2013 mit ersten Streiks. In Deutschland gibt es insgesamt elf Logistikzentren sowie sieben Verteilzentren von Amazon. Agenturen/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen