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Sammelunterkunft in Tempelhofer Hangars schließt

259 Geflüchtete sollen noch vor Weihnachten das umstrittene Ankunftszentrum verlassen

  • Von Martin Kröger
  • Lesedauer: 2 Min.

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Insgesamt 259 Geflüchteten dürften die Weihnachtstage in den Hangars des Tempelhofer Flughafens erspart bleiben. Nach nd-Informationen sollen die Hangars, die zurzeit als Ankunftszentrum genutzt werden, nämlich noch vor Weihnachten freigezogen werden. Wie zu hören ist, sollen die Flüchtlinge in einer Gemeinschaftsunterkunft in der Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne in Spandau untergebracht werden. Für betroffene Familien wird darüber hinaus nach einer anderen Lösung gesucht.

Bereits vor zwei Jahren hatte Rot-Rot-Grün im Koalitionsvertrag die Schließung des Ankunftszentrums vereinbart. Die zuständige Senatsverwaltung von Integrationssenatorin Elke Breitenbach (Linkspartei) setzt sich seitdem für eine Lösung für die Geflüchteten in den Tempelhofer Hangars ein. »Die Situation ist nicht so, wie wir sie uns wünschen. Deshalb arbeiten wir dringend an einer Lösung«, hatte eine Sprecherin von Breitenbach vor Kurzem erklärt.

Zwei Quadratmeter pro Person, nach oben offene Schlafkabinen, keinerlei Privatsphäre: Die Unterbringung der Geflüchteten in den Tempelhofer Hangars stand immer wieder in der Kritik. Der Berliner Flüchtlingsrat hatte zuletzt zum Tag der Menschenrechte vor einer Woche die aus seiner Sicht »katastrophalen Zustände« in der Unterkunft für Asylbewerber scharf kritisiert. Die Flüchtlingsunterstützer forderten seinerzeit, dass die Hangars geschlossen werden. Auch auf dem Landesparteitag der Linkspartei am vergangenen Wochenende in Adlershof hatte eine Unterstützerin von Geflüchteten ein Ende der Unterbringung in der menschenunwürdigen Unterkunft gefordert. Das scheint nun in Sicht zu sein.

Mit dem Umzug nach Spandau ist unterdessen keine Verlagerung des Ankunftszentrums für Flüchtlinge in Berlin verknüpft. Rund 700 Asylsuchende kommen im Durchschnitt monatlich in Berlin an, im Oktober waren es über tausend. Rot-Rot-Grün hatte deshalb bereits im Oktober festgelegt, dass das neue Ankunftszentrum für Geflüchtete in der ehemaligen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik in Reinickendorf errichtet werden soll. Es soll bis Ende des kommenden Jahres fertig sein. Nach dem Schließen des Ankunftszentrums in den Hangars auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof ist nach nd-Informationen eine Zwischenlösung in Prüfung. Das zuständige Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten ist in Gesprächen mit der Prisod, die auf dem Gelände der ehemaligen Karl-Bonhoeffer-Klinik eine Gemeinschaftsunterkunft betreibt. Die Interimslösung für ein Ankunftszentrum für die Berliner Flüchtlinge könnte also auch in Reinickendorf gefunden werden, wenn alles klappt.

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