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Vor 50 Jahren hatte der DEFA-Film »Käuzchenkuhle« Premiere, ein Wiedersehen gibt es am 30.1.2019 im nd-Filmclub.

Verborgene Schätze

Der nd-Filmclub zeigt 2019 meist unbekannte Dokumentarfilme der DEFA

Von Paul Werner Wagner

Passionierte Kinogänger dürften ihn kennen - den nd-Filmclub. Seit 2012 zeigt der Club Film-Klassiker im Kino Toni. Die Veranstaltungsreihe wird gemeinsam organisiert von der sozialistischen Tageszeitung »neues deutschland«, der Friedrich-Wolf-Gesellschaft, dem Berliner Film- und Fernsehverband und dem Kino Toni in Berlin-Weißensee. Inzwischen gab es in dieser Reihe 75 Filmabende, immer mit einer Einführung und anschließendem Gespräch. Das Publikum konnte als Gäste namhafte Regisseure, Schauspieler, Drehbuchautoren, Kameramänner, Filmhistoriker und Dramaturgen erleben und dabei Interessantes zu den jeweiligen Filmen erfahren.

Jeden letzten Mittwoch des Monats um 18 Uhr kümmert sich der nd-Filmclub mit seinem Programm vor allem um die Pflege der wertvollen Bestandteile des Filmerbes der DDR. Für die Zuschauer sind die Filmabende oft Wiederbegegnungen, manchmal aber auch Neuentdeckungen. Das zahlreich im Toni erscheinende Publikum setzt sich zusammen aus nd-Lesern und Filminteressierten aus Berlin und Umgebung. Im Laufe der Jahre hat sich ein Stammpublikum gebildet. Sogar aus Magdeburg und Greifswald reisen regelmäßig Filmfreunde an.

Den Auftakt im Jahresprogramm 2019 vom nd-Filmclub bildet am 15. Januar die Erinnerung an den 100. Jahrestag der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Gezeigt wird der preisgekrönte bundesdeutsche Spielfilm »Rosa Luxemburg« aus dem Jahr 1986 in der Regie von Margarethe von Trotta. Die weltweit berühmte Regisseurin reist extra aus Paris an und wird als Gesprächspartnerin im Kino Toni anwesend sein.

Zum 50. Jahrestag seiner Premiere wird am 30. Januar der bekannte DEFA-Jugendfilm »Käuzchenkuhle« nach dem gleichnamigen Roman von Horst Beseler zu sehen sein. Als Gesprächspartnerin wird die beliebte Schauspielerin Regina Beyer (Hauptrollen in »Hauptmann Florian von der Mühle«, »Im Himmel ist doch Jahrmarkt« und »Hart am Wind«) erwartet.

Ab Februar 2019 stehen Dokumentarfilme der DEFA auf dem Programm. Diese Filme sind der breiten Öffentlichkeit weitgehend verborgen geblieben. Deshalb wird so manchem Leser auch nicht bekannt sein, welch beachtliches Niveau das Dokumentarfilmschaffen der DDR aufweist. Es gab einige DEFA-Regisseure, die für ihre Dokumentarfilme weltweit mit Preisen ausgezeichnet wurden. Viele dieser Filme enthalten Historisches und Biografisches von unschätzbarem Wert. Sie bieten authentische Bilder eines untergegangenen Landes, ungeschönte Einblicke in das Arbeits- und Alltagsleben der DDR. Das Bestreben der Menschen im Osten Deutschlands, eine neue Gesellschaft ohne Ausbeutung und Arbeitslosigkeit zu realisieren, scheiterte 1989/90. Dennoch muss man dieses gesellschaftliche »Experiment« und die Akteure, die daran mitwirkten, ernst nehmen.

Im Kino Toni werden auch Dokumentarfilme gezeigt, die einen wertvollen Beitrag zur Pflege des deutschen Kulturerbes leisten. Die Regisseure Jürgen Böttcher, Richard Cohn-Vossen, Kurt Tetzlaff und Werner Kohlert werden von Februar bis Mai 2019 ausgewählte Filme zeigen und zum Gespräch bereitstehen.

Auf dem Programm des zweiten Halbjahres 2019 stehen Werke der Dokumentarfilmer Volker Koepp, Günter Jordan, Helke Misselwitz, Roland Steiner und Thomas Heise.

Der nd-Filmclub will weder Nostalgie noch Ostalgie fördern, sondern heutige Zuschauer anregen, sich ehrlich mit der Geschichte der DDR und ihrer eigenen Biografie auseinanderzusetzen. Denn eines ist gewiss: Wer die Geschichte nicht kennt, findet keine Orientierung in der Gegenwart und kann die Zukunft nicht mitgestalten.

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