Ein Dorf wird Wirt

Im oberbayerischen Altenau gab es keine Kneipe mehr, da gründeten kurzerhand die Einheimischen eine neue Wirtschaft - auf Genossenschaftsbasis. Von Alexa Christ

  • Von Alexa Christ
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Altenau: Ein liebliches Flusstal, sattgrüne Moore, dampfende Misthaufen und Kühe, die durchs Dorf getrieben werden. Im Schatten der Ammergauer Alpen scheint die Welt noch in Ordnung. Nicht ganz! Über zehn Jahre hatte das oberbayerische Bilderbuchdorf keine Gaststätte mehr. Ein nicht hinnehmbarer Zustand, fanden die Dörfler. Mit Pfiff und Engagement schufen sie ihr eigenes Wirtshaus, in dem heute wieder das Leben brummt.

Der Erste, der eintrifft, ist Robert aus Augsburg: Dunkler Schnauzbart, blau-weiß gestreiftes Hemd, Lederhosen, Trachtenhut, Wadenwärmer und eine rot-silberne Ziehharmonika unterm Arm. Ein patenter Bursche, wie man in Bayern wohl sagt. »Griaß eich!«, ruft er gut gelaunt und nimmt gleich am ersten Tisch links vom Eingang Platz. Dem Tisch, der an diesem Abend für die Musiker reserviert ist. »Nein, nein«, widerspricht Robert sofort, »wir sind Musikanten, keine Musiker!« Aha, wo liegt denn da der Unterschied, bitte sch...


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