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Aufmunterung für Anhänger von Tennis Borussia

Nach dem Brandanschlag auf den Fancontainer »Zum goldenen Lachshirsch« traf ein Brief mit Spenden ein

  • Von Andreas Gläser
  • Lesedauer: 2 Min.

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In der Nacht zum 11. Dezember, drei Tage nach dem 2:0 im Fußballklassiker zwischen Tennis Borussia und Blau-Weiß 90 in der fünftklassigen Oberliga Nord-Nordost, brannte der Container der Fans von Tennis Borussia fast vollständig aus.

Sportlich gesehen kann 2018 für TeBe zwar als erfolgreiches Jahr verbucht werden, doch für einen Großteil der Fans war es aufgrund der politischen und strukturellen Querelen mit der eigenen Geschäftsführung ein Seuchenjahr, das mit dem Brandanschlag von bis dato Unbekannten den negativen Höhepunkt erlebte.

Der Container stand etwas abgelegen am S-Bahnhof Messe Süd an der Ecke Jafféstraße und Messedamm. Er war ein liebevoll eingerichteter Fanladen, der den Namen »Zum goldenen Lachshirsch« trug. Da man sich des heiklen Standorts bewusst war, wurde im Internet die Ortsangabe vermieden. Nun ist es trotzdem passiert. Unter den Fans wird wildes Spekulieren vermieden. Das Landeskriminalamt geht von Brandstiftung aus.

Denn das Feuer rührte nicht von den elektronischen oder elektrischen Gefahrenquellen im größeren Raum her. Es wurde durch ein Fenster im kleineren Raum gelegt, in dem sich das Archiv befand. Neben der Sammlung vieler Stadionprogramme und sonstiger offizieller Schriften gingen auch die vollständigen Ausgaben einiger Fanmagazine verschiedener Vereine in Flammen auf, weiterhin auch 200 Fußballbücher und eine nahezu komplette Sammlung des Magazins »11 Freunde«. Verloren ging auch eine beeindruckende Sammlung von TeBe-Wimpeln, verschiedene Pokale und eine Armbanduhr, die ein Spieler 1951 für den Gewinn der Berliner Meisterschaft geschenkt bekam. Überlebt haben immerhin ein Trikot aus den 1950ern, das sich eingerahmt hinter Glas befand, sowie das Schuldenbuch.

Im »Goldenen Lachshirsch« wurden ab und an Lesungen und Vorträge veranstaltet, so auch am Abend des Derbys gegen den Ex-Bundesligisten aus Mariendorf. Der »Lachshirsch« war mittlerweile der vierte Fanladen der Charlottenburger, nachdem man vor knapp 20 Jahren Räumlichkeiten auf dem S-Bahnhof Messe Süd (ehemals Eichkamp) hatte, später sogar im Tribühnengebäude des heimischen Mommsenstadions.

Nun folgte dem ersten Schock die erneute Aufbruchstimmung. Am vergangenen Freitag waren zwei Gruppen von TeBe-Fans unterwegs. Eine suchte beim einstigen »Lachshirsch« nach verwertbaren Resten, die andere kontaktierte die Verwalter leerstehenden Räumlichkeiten zwischen Kongresszentrum ICC und Mommsenstadion. Die Laune der Lila-Weißen besserte sich auch, als mit einer überraschenden Postsendung aus Niedersachsen ein aufmunternder Brief, zwei Schals von SV Arminia Hannover und einige hundert Euro eintrafen.

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