Vor verschlossenem Stollen

Ein Insolvenzverfahren erschwert die Arbeit der Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge

  • Von Hendrik Lasch, Halberstadt
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Nach 120 Metern ist Schluss: Gatter versperren den weiteren Weg in den Berg. Der Strahl der Lampe, die Nicolas Bertrand in die Finsternis richtet, fällt auf Felswände, Gesteinsbrocken und gemauerte Deckengewölbe in sechs bis sieben Metern Höhe. Insgesamt sind die Stollen, die ab 1944 in die Thekenberge bei Halberstadt im heutigen Sachsen-Anhalt getrieben wurden und wo die NS-Rüstungsindustrie Flugzeugtriebwerke produzieren wollte, hundertmal so lang wie der begehbare Abschnitt: 13 Kilometer. Ihr Vortrieb, sagt Bertrand, der Leiter der Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge, »kostete 2000 Häftlinge und Zwangsarbeiter das Leben«.

Wer in den Stollen steht, kann erahnen, wie hart und unmenschlich die Arbeit unter Tage gewesen sein muss: in Staub, Dunkelheit, bei miserabler Verpflegung. Das Problem ist: Bertrand kann Besucher nur in einen Abschnitt führen, der wenig mit den originalen Gängen zu tun hat. Er wurde in der Zeit seit dem Zweiten Welt...


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