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Prometheus und Zidane

Münchner Kammerspiele: »Dionysos Stadt« - zehn überwältigende Stunden Antike

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Alle Enttäuschungen lösen sich in Göttern auf. Der uralte Bewusstseinstrick. So haben Glaube und Poesie schon immer den Menschen gerettet. Rettung heißt, sich durch gezielte Lüge über die unerträglichste aller Wahrheiten hinwegzusetzen: Wir leben unter der unbekannten Flugbahn jenes Pfeils, der bei unserer Geburt abgeschossen wurde - und der uns in der Sekunde unseres Todes trifft.

In hundert Jahren seien wir alle in diesem Theaterraum tot, sagt Schauspieler Nils Kahnwald im Prolog und fragt ins Publikum, wer wohl annehme, bereits in zehn Jahren gestorben zu sein. Peinliche Berührtheit im Saal. Kichern - die Frage reißt dich auf, weil du Angst vor der möglichen Antwort hast. Wir wollen nicht akzeptieren, dass unser Leben eingebettet ist in eine künftige Gleichgültigkeit der Welt - gegenüber allem, was wir tun. Unsere beschwichtigenden Fantasien, alles sei ganz anders - nichts weiter als schönste Pausen beim Sterben. Auch Theater ist so...


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