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Megasuperultra extra plus plus

Markus Drescher über Datenklau, Informationspolitik und Vertrauen

  • Von Markus Drescher
  • Lesedauer: 1 Min.

Mit verbesserter Rezeptur! Das Beste, was es jemals gab! Vertrauen Sie jetzt dem neuen »Cyber-Abwehrzentrum megasuperultra extra plus plus«! Derartiges - zugegebenermaßen reichlich übertriebenes - Anpreisen gehörte zwischen Zahnpastawerbung und einem Dauerwerbeblock für irgendeine innovative Nutzlosigkeit. Als Reaktion auf den wahrlich nicht ersten Datenskandal und das zum wiederholten Male stümperhaft anmutende Verhalten zuständiger Behörden und vor allem Politiker ist die Ankündigung eines »Cyber-Abwehrzentrums plus« fast nur noch mit Humor zu ertragen.

Lustig ist die Angelegenheit und das Signal, das davon ausgeht, leider ganz und gar nicht. Das als Hochtechnologieland gepriesene Deutschland präsentiert sich auf allen Ebenen der Digitalisierung planlos. Und zwar extra - diesmal keine Übertreibung.

Angesichts der Nonchalance in Sicherheitsfragen kann man sogar fast schon froh sein über diese Funklochrepublik mit Schneckentempo-Internet. Und es wird einem Angst und Bange bei der Vorstellung, was passiert, wenn etwa - wie von Horst Seehofer (via Staatssekretärvertretung) auf der Jahrestagung des Beamtenbundes angekündigt - bald »Behördengänge anders als in der Vergangenheit schnell und unkompliziert im Internet erledigt werden können«. Wäre schon megasuperultra, so was. Eine erkennbare, funktionierende und über den Namenszusatz »plus« hinausgehende Sicherheitsstrategie in Digitalisierungsfragen allerdings auch.

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