Vierundfünfzig sind zu wenig

Infolge der Washingtoner Erklärung wurden erst 54 Gemälde und Kunstgegenstände restituiert. Die Linkspartei sieht Handlungsbedarf

  • Von Ulrike Wagener
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

In dieser Woche ist die Ausstellung »Bestandsaufnahme Gurlitt« zu Ende gegangen. In diesem Zusammenhang hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) das Gemälde »Portrait de jeune femme assise« des französischen Malers Thomas Couture an die Familie des Politikers Georges Mandel zurückgegeben.

Mandel galt als offener Gegner der Nationalsozialisten und verbrachte vier Jahre in französischen Gefängnissen und in deutschen Konzentrationslagern. Im Auftrag der Nationalsozialisten wurde er 1944 von der französischen Miliz ermordet. Das Gemälde konnte ihm aufgrund der französischen Kunsthistorikerin Rose Valland zugeordnet werden, die NS-Raubkunstfälle im französischen Museum Jeu de Paume heimlich dokumentierte. Dieser Erfolg der Provenienzforschung kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich immer noch eine beachtliche Anzahl von Bildern aus Raubkontexten im Besitz der Bundesregierung und in privaten Sammlungen befindet.

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