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  • Berlin
  • Ausbildung für Flüchtlinge

Gekommen, um den Pflegenotstand zu beheben

Eine Infomesse im Berliner Roten Rathaus will Ausbildungsplätze und Praktika an Geflüchtete vermitteln

  • Von Lola Zeller
  • Lesedauer: 3 Min.

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Der Festsaal und der Wappensaal des Berliner Rathauses sind gut gefüllt mit Informationsständen und interessierten Besucher*innen. Es findet die Messe »Take Care! Werde Pfleger*in« statt, die sich explizit an Geflüchtete wendet, um ihnen Angebote diverser Berliner Unternehmen zu unterbreiten, welche Ausbildungsplätze oder Praktika im Pflegebereich anbieten. Außerdem berichten Auszubildende mit Fluchterfahrungen in unterschiedlichen Sprachen über ihre Ausbildung.

Eine von ihnen ist die 19-jährige Migena Krasniqi. Sie ist Auszubildende an der Berufsfachschule Paulo Freire und hilft bei der Umsetzung der Infomesse, indem sie von ihren eigenen Erfahrungen berichtet und mit ihren Sprachkenntnissen in Albanisch Menschen den Informationszugang erleichtert. »Ich bin jetzt im dritten Semester meiner Ausbildung zur Sozialassistentin mit Schwerpunkt im Pflegebereich«, sagt Krasniqi. Nach Abschluss der Ausbildung möchte sie noch eine weiterführende Ausbildung zur Kinderkrankenschwester machen. Krasniqi ist vor vier Jahren aus Albanien nach Deutschland gekommen. »Ich war damals ein Jahr lang in der Willkommensklasse, um Deutsch zu lernen«, erzählt sie. Danach sei sie noch ein Jahr bis zum Abschluss zur Schule gegangen. »Durch die Schule habe ich auch meinen Ausbildungsplatz an der Paulo-Freire-Schule vermittelt bekommen.«

Sera Nefene und Peris Wanjiku sind als Messebesucher*innen gekommen. Beide freuen sich über das Angebot. Nefene interessiert sich dafür, in einem Altenpflegeheim zu arbeiten. »Wir sind hier, um Informationen darüber zu bekommen, was wir tun müssen, um einen Ausbildungs- oder Praktikumsplatz zu bekommen«, sagt sie. »Es ist sehr hilfreich, hier persönlich mit Menschen sprechen zu können, die in den Bereichen arbeiten.« Abgesehen von der Messe könnten sie sich nur über das Internet informieren. »Das ist sehr schwierig, weil dort nicht alle Informationen zu finden sind«, sagt Wanjiku.

Etwa 700 Personen hatten sich im Vorfeld als Besucher*innen angemeldet. Organisiert wird die Messe durch »bridge - Berliner Netzwerk für Bleiberecht«, das seit 2005 Geflüchtete dabei unterstützt, eine Arbeit aufzunehmen, einen Ausbildungsplatz zu finden oder einen Schulabschluss nachzuholen. Das Netzwerk besteht aus fünf nicht-staatlichen Organisationen und wird durch den Integrationsbeauftragten des Berliner Senats koordiniert. Die zuständige Integrationssenatorin Elke Breitenbach (LINKE) ist am Montag ebenfalls vor Ort. »Ich freue mich, dass Sie Interesse an dem Bereich der Pflege- und Gesundheitsberufe haben«, sagt Breitenbach zu den Besucher*innen. Es sei ein Bereich, in dem es schon jetzt einen großen Fachkräftemangel gebe. Geflüchtete hätten hilfreiche Qualifikationen, die sie in diesen Bereich einbringen könnten, vor allem interkulturelle Kompetenz und Mehrsprachigkeit. »In dieser Stadt leben ganz viele Menschen aus unterschiedlichen Herkünften«, so Breitenbach. »Und auch diese Menschen werden alt oder krank und kommen in Krankenhäuser und Pflegeheime.« Deshalb wünsche sie sich als Senatorin auch, dass die Unternehmen, die auf der Messe vertreten sind, den Fokus stärker auf interkulturelle Kompetenz zu richten.

Auch Parwiz Niyazi ist Besucher der Messe. Der afghanische Flüchtling ist auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Eine große Schwierigkeit dabei sei allerdings das Sprachniveau, sagt er. Eigentlich ist er Lehrer. Deshalb versucht er in Deutschland, Erzieher zu werden, doch dafür seien die erforderlichen Sprachqualifikationen noch strikter. Auf der Messe hat Niyazi zumindest ein Angebot gefunden, mit dem sich sein Sprachproblem lösen lassen könnte. »Eine Firma bietet eine einjährige Ausbildung zum Krankenhelfer an«, sagt er. Während der Ausbildung sei es möglich, das Sprachlevel Deutsch B2 zu erlangen und daraufhin eine Ausbildung zum Krankenpfleger anzufangen. »Das ist ein sehr gutes Angebot«, findet er.

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