Eine raue Stadt und ihr Nachwuchsrebell

In Neapel formiert sich eine Solidaritätsbewegung für Geflüchtete. Doch die örtlichen Bedingungen sind schwierig

  • Von Nina Böckmann und Maurizio Coppola, Neapel
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Es ist Samstagmittag, der 5. Januar. Gerade einmal zwei Tage sind vergangen, seit der Bürgermeister von Neapel, Luigi de Magistris, einen offenen Brief abschickte, in dem er der Crew des zivilen Rettungsschiffes »Sea-Watch« sowie den sich zu dieser Zeit an Bord befindlichen Geflüchteten anbietet, den Hafen von Neapel anzusteuern. Zu diesem Zeitpunkt harren insgesamt 49 Geflüchtete auf zivilen Rettungsschiffen auf dem Mittelmeer aus. Alle EU-Staaten untersagen ihnen das Anlanden - der Brief von De Magistris erhält vor diesem Hintergrund europaweit Aufmerksamkeit.

An dem Samstag im Januar findet in Neapel eine erste Demonstration statt, die sich den Forderungen von De Magistris anschließt. Unter dem Motto »Aprire i Porti« (»Öffnet die Häfen«) gehen mehrere Tausend Menschen auf die Straße, ein sehr durchmischtes Publikum lauscht auf der Via Toledo den Reden, bevor sich die Demonstranten in Richtung Fährhafen in Bewegung setzen. Neben...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.