Baustelle Wüste

Dem Dichter Lothar Trolle zum 75. Geburtstag

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Es ist das Schicksal des ungespielten Dramatikers: Er muss sich in die Literatur retten. Es ist ein Schicksal, das sich der Dichter selbst zuzuschreiben hat. Sich selbst etwas zuschreiben zu müssen - das ist nicht Kennzeichnung einer Schuld, sondern der wahre Auftrag: so zu schreiben, dass man auf sich selber zu- und hinschreibt. Dass man sich selber nicht ausweicht.

Lothar Trolle hat die sozial lästigen Folgen seiner Kompromisslosigkeit stets mit einem Hochmaß an äußerer Gelassenheit hingenommen, Heiner Müller hat es in den Satz gefasst: »Im übrigen gleicht er nur sich selber, kratzen Staats- und Sonnenuntergänge nicht an seiner Identität.« Es gab nur in den ersten Jahren nach dem Zusammenbruch der DDR ein konjunkturell anmutendes Interesse an den Stücken Trolles; vorher galt er als Geheimtipp, und wer das wirklich ist, bei dem wird ziemlich gründlich dafür gesorgt, dass er es weit länger bleibt, als ihm lieb ist.

Seine Thea...


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