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Bypass für Verkehrsadern am BER

Studie der IHK Cottbus fordert deutlich bessere Anbindung der wachsenden Flughafenregion

  • Von Tomas Morgenstern
  • Lesedauer: 3 Min.

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Im Standby: unterirdischer Bahnhof des künftigen Hauptstadtflughafens BER in Schönefeld
Im Standby: unterirdischer Bahnhof des künftigen Hauptstadtflughafens BER in Schönefeld

Als Landräte und Bürgermeister von Gemeinden und Berliner Bezirken im Flughafenumfeld vor gut drei Jahren vor einem der Region drohenden Verkehrsinfarkt warnten, hatten Politik und Flughafengesellschaft das als »völlig unbegründet« zurückgewiesen. Dabei war eine vom Dialogforum Airport Berlin Brandenburg Ende 2016 vorgelegte Studie des Planungsbüros Jahn, Mack & Partner zu dem Schluss gekommen, dass mit der BER-Eröffnung »Handlungsbedarf besteht, vor allem bei der Ertüchtigung der Verkehrsinfrastruktur«.

Anderthalb Jahre vor der für Herbst 2020 avisierten Inbetriebnahme des Hauptstadtflughafens, hat die regionale Wirtschaft nachgelegt und mit aktuellen Zahlen den Druck auf die Entscheidungsträger erhöht. In einer am Mittwoch in Potsdam vorgestellten »Verkehrs- und Engpassanalyse zur Flughafen- und Flughafenumfeldanbindung« ließ die Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus die Verkehrsentwicklung in der länderübergreifenden Flughafenregion untersuchen. IHK-Geschäftsführer Marcus Tolle betonte dabei mit Blick auf Südbrandenburg: »Wir setzen ungeachtet der Probleme am BER vor allem auf die Chancen des Flughafenstandortes für die Region als Wachstumsmotor vor der eigenen Haustür.«

Anlass für die Studie war, dass sich das Passagieraufkommen der Berliner Flughäfen weit positiver entwickelt habe als einst prognostiziert, sagte IHK-Vize Jens Krause. »Die bisherigen Planungen stützten sich auf eine überholte Datenbasis.« Und er verwies darauf, dass die beiden Berliner Flughäfen 2018 zusammen knapp 35 Millionen Fluggäste abgefertigt haben. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass im Umfeld des neuen Airports bis 2040 rund 135 000 neue Arbeitsplätze entstehen und sich 67 000 zusätzliche Einwohner in Flughafennähe ansiedeln könnten.

»Angesichts der langen Planungs- und Realisierungszeiten von Verkehrsprojekten müssen jetzt Maßnahmen eingeleitet werden, damit die Verkehrssituation in Zukunft beherrschbar bleibt«, forderte Tolle.

In der Studie wurden das aktuelle und künftige Verkehrsaufkommen in einem Radius von 30 Kilometern um Schönefeld (Dahme-Spreewald) für die Jahre 2020, 2025, 2030 und 2040 ermittelt. Dabei kamen die Analysten zu dem Schluss, dass sich das Verkehrsaufkommen in der Region angesichts der stark wachsenden Fluggastnachfrage (2040 wird mit jährlich 55 Millionen Reisenden gerechnet), expandierender Gemeinden und Gewerbestandorte stark erhöhen dürfte und die Infrastruktur bis an die Kapazitätsgrenze ausgelastet wird. Die Bundesautobahnen werden stärker belastet, wobei vor allem die Autobahnen A100/A113 in Berlin nur beschränkt ausbaufähig seien. Dort, wo derzeit im Schnitt 130 000 Fahrzeuge pro Tag fahren, prognostiziert die Studie für 2025 bereits 200 000. Zugleich seien auch die Ausweichrouten oft schon ausgelastet.

Ein starker Anstieg der Fahrgastnachfrage wird im Öffentlichen Personenverkehr, vor allem im Bahnverkehr, erwartet. Dabei würden Pendler den Flughafenbahnhof verstärkt als Umsteigebahnhof nutzen. Linien wie der RE2 und RE4, auf denen die Züge bereits jetzt in Spitzenzeiten voll sind, müssten nachgerüstet werden. Spätestens 2040 werde auch die Busverbindung nach Berlin (X7, X71) überlastet sein. Zudem reichten die Kapazitäten im regionalen Busverkehr nicht aus.

Was zur Verbesserung der Anbindung des BER dringend zu tun sei, haben die Verfasser in einem »16-Punkte-Maßnahmenkatalog« aufgelistet. Darin wird zur Optimierung des Verkehrsflusses auf Steuerungsmöglichkeiten und Bypass-Lösungen für beide Autobahnen sowie den raschen Ausbau des Schienenverkehrs als Möglichkeit zur Entlastung der Straße orientiert. Als sinnvoll bezeichneten die Experten auch Überlegungen zum Ausbau der U-Bahnlinie U7 über Rudow hinaus bis zum BER.

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