Literarisch unterwegs in Klein-Paris

nd-Leserreise zur Leipziger Buchmesse mit Irmtraud Gutschke und Landolf Scherzer

Von Heidi Diehl

Auf der Leipziger Buchmesse kann man sich heillos verirren. Nicht so, wenn Sie sich mit Ihrer Zeitung auf den Weg durch die Messehallen machen. Das allein wäre es schon wert, sich für die nd-Leserreise vom 23. bis 25. März auf literarischen und historischen Spuren zu entscheiden. Doch diese Tour bietet viel mehr - und Einzigartiges. Denn Irmtraud Gutschke, jahrzehntelang nd-Literaturredakteurin, wird Sie nicht nur auf dieser Tour begleiten, sondern am ersten Abend in Leipzig auch ihr neuestes Buch »Das Versprechen der Kraniche« über Tschingis Aitmatow vorstellen - ein sehr persönliches Buch.

So literarisch eingestimmt, steht dem Messebesuch am nächsten Tag nichts mehr im Wege. Gemeinsam mit Irmtraud Gutschke - wer will auch allein? - schlendern Sie mit ihr durch die Messehallen, und natürlich besuchen Sie auch den nd-Stand. Zurück im Hotel, wartet am Abend der nächste literarische Höhepunkt auf Sie: eine Lesung mit dem Thüringer Schriftsteller Landolf Scherzer. Fast 30 Reportagebücher hat er inzwischen geschrieben und dafür unter anderem ein Jahr in Mosambik Häuser gebaut, vor Labrador auf einem Supertrawler gearbeitet, in Peking Naturmedizin »studiert«; er ist zu Fuß durch Osteuropa gelaufen und reiste quer durch Kuba, wo er auch viele Gesprächspartner dank der Vermittlung durch nd-Leser fand. Nur eines hat er noch nicht getan: auf der Leipziger Buchmesse mit Literaturfreunden über seine Bücher gesprochen. Das holt er nun nach - und Sie, liebe Leserinnen und Leser, können mit ein bisschen Glück bei dieser Premiere dabei sein.

Zudem haben Sie auf dieser Reise Gelegenheit, tief in Sachsens Geschichte einzutauchen. Zum Beispiel während eines Stadtrundgangs am ersten Reisetag. Mit einem Denkmalpfleger erkunden Sie nach dem Mittagessen im legendären »Auerbachs Keller« Sehenswürdigkeiten der Leipziger Innenstadt: Sie besuchen die Nikolaikirche, die 1989 zum Symbol der friedlichen Revolution wurde, und die Gedenkstätte »Runde Ecke«, früher Sitz der Bezirksverwaltung der Staatssicherheit.

Am letzten Tag der Reise führt die Spurensuche noch ein paar Jahrhunderte weiter zurück - in die Zeit der Reformation. In Grimma, das, so Luther, »gar zeitig durch die heilsame Lehre der Reformation erleuchtet worden ist«, steht ein Besuch der restaurierten Altstadt an. Das 1883 von der Stadt neben der Frauenkirche errichtete Denkmal erinnert an den Reformator. Weiter geht’s nach Höfgen, wo die Besichtigung des Museums Schiffmühle geplant ist, eine Sonderform der Mühlen, die Ende des 19. Jahrhunderts ausgestorben ist.

Bevor es am Nachmittag nach Hause geht, gibt es noch einen Zwischenstopp in der Klosterruine Nimbschen. In diesem Kloster verbrachte Katharina von Bora, Luthers spätere Ehefrau, ihre Jugendjahre, bevor sie von dort mit anderen Nonnen flüchtete.