Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Nazi-Beerdigung hat ein Nachspiel

Mit Wolfgang Mond wurde am vergangenen Freitag ein Rechter unter die Erde gebracht - jetzt wird untersucht, ob dabei Hakenkreuzfahnen gezeigt wurden

  • Lesedauer: 2 Min.

Wolfgang Mond war mehrere Jahre in der NPD in seiner Heimatstadt Hagen aktiv. Seit 2015 war er Mitglied der Partei »Die Rechte« und bekleidete zuletzt das Amt des Bundesschatzmeisters. Er sei auf den »Wunsch seiner Dortmunder Kameraden« in der Partei aktiv geworden, heißt es in einer Trauerrede, die auf der Homepage der Partei dokumentiert wurde. Der 69-jährige ist bereits am 10. Januar gestorben und wurde am vergangenen Freitag beerdigt. In der Rede heißt es, dass Monds Herz für den Nationalsozialismus schlug.

Neben der Rede finden sich auch mehrere Bilder der Beisetzung. Auf den Fotos sind Rote Fahnen, mit einem weißen Kreis in der Mitte zu sehen. Das innere des Kreises ist verpixelt. Zu sehen ist nur ein unförmiger schwarzer Fleck. Im Bericht zu der Beerdigung heißt es: Mond sei, »unter der Fahne unserer Bewegung« beigesetzt worden. Man kann davon ausgehen, dass die Hakenkreuzfahne gemeint ist.

»Unsere Bewegung« ist ein beliebtes Chiffre für die NSDAP. Mit Sicherheit kann man das allerdings nicht sagen. Am Tag von Monds Beerdigung kündigte die Partei an, zukünftig eine rote Fahne mit weißem Kreis und einem Pfeil, der nach rechts oben zeigt, als Symbol zu benutzen. Die Dortmunder Nazis, die maßgeblich hinter der Neonazi-Partei stecken, spielen mal wieder mit der gezielten Provokation.D

Der Friedhofsbetreiber, die städtischen »Wirtschaftsbetriebe Hagen« (WBH), kann nicht beantworten, ob Hakenkreuzfahnen bei der Beerdigung gezeigt wurden. Ein Sprecher der Stadt teilt auf nd-Anfrage mit: »Ein Mitarbeiter des WBH ist vor Ort gewesen, um die Beisetzung der Urne vorzunehmen. Wie bei Beisetzungen üblich, verlässt der Mitarbeiter nach der Beisetzung die Trauergesellschaft und wartet unten am Eingang auf die Gesellschaft.«

Jetzt will der Betrieb Strafanzeige stellen. Die Frage, ob man vorher von Polizei oder Verfassungsschutz über die politisch brisante Beerdigung informiert wurde, bejaht der Stadtsprecher. Von der Polizei heißt es, die Ermittlungen seien aufgenommen und ein Strafverfahren eingeleitet worden. Die Polizei will »klären, ob es sich bei den gezeigten Fahnen um Hakenkreuzfahnen gehandelt haben könnte.«. Ob während der Beisetzung Polizeikräfte anwesend waren, die gegen das Zeigen der Fahnen hätten einschreiten können, darüber möchte die Hagener Polizei aufgrund des »laufenden Ermittlungsverfahrens« keine Angaben machen.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln