Ignorierter Völkermord

Ein internationales Projekt geht den Morden der deutschen Besatzer an ukrainischen Roma nach. Es stößt auf Verbrechen und Widerstand, Kollaboration und Hilfe

  • Von Frank Brendle
  • Lesedauer: ca. 9.0 Min.

Gemessen an der Monstrosität des Völkermordes sind die meisten Erinnerungszeichen - so es sie überhaupt gibt - grotesk bescheiden: Am Rande eines Feldweges in der Nähe von Lubny, einer Kleinstadt auf halber Strecke zwischen Kiew und Charkiw, versammeln wir uns vor einem unscheinbaren Holzkreuz, das an die Gräuel durch die deutschen Besatzer im Zweiten Weltkrieg erinnert. Es wurde vor wenigen Jahren von der örtlichen Kosaken-Organisation gestiftet.

»Als wir bei unserer Untersuchung ein paar Mal mit dem Spaten schaufelten, stießen wir auf Kinderschädel«, berichtet Kosaken-Chef Sergij Timoschenko. Obwohl die Dorfbevölkerung Bescheid wusste, sei das Massengrab in der Sowjetzeit ignoriert worden. Die Überreste von Kriegsgefangenen, Juden und Roma liegen hier bis heute. »Hier hat man auf Menschenknochen Kartoffeln angebaut.«

An der Einweihung des Kreuzes hätten Vertreter von 30 zivilgesellschaftlichen Organisationen teilgenommen. V...

Warum endet dieser Text denn jetzt schon? Mittendrin? Ich möchte den Artikel gerne weiterlesen!

Um den ganzen Artikel zu lesen, haben Sie folgende Möglichkeiten:


Haben Sie bereits ein Online- oder Kombi-Abo? Dann loggen Sie sich einfach ein. Wenn nicht, probieren Sie doch mal unser Digital-Mini-Abo:

Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Warum ist der Artikel so kurz?

Der Artikel ist in Wirklichkeit länger: 1952 Wörter (13085 Zeichen).

Wenn Sie ein entsprechendes Abo gewählt haben, können Sie sich einloggen und den ganzen Artikel lesen. Und auch alle anderen Artikel seit 1990.

Wir stellen einen großen Teil unseres Angebots im Internet gratis zur Verfügung. Damit das finanzierbar bleibt, ist es wichtig, das viele Leute trotzdem bereit sind, für das Angebot zu bezahlen.

Alle Abo-Angebote

Foto: Zeitung, Smartphone, iPad und eine Tasse Kaffee

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.